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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
zu einem wahren Segenspender werden. Im Sanatorium
St. Blasien, das eine ausgezeichnete Großrundfunkanlage besitzt,
erzählte mir der Betriebsleiter, daß seine Patienten zum Beispiel
die Rede des Oberbürgermeisters von Köln, anläßlich der
Befreiungsfeier von fremder Besetzung vor dem Dom gehalten,
besser und klarer gehört hätten, als die Mehrzahl der Hunderttausende,
die unmittelbare Zeugen waren.
Als Reklameträger muß der Rundfunk vorsichtig gebraucht
werden, da der erhoffte Zweck sich sonst sehr leicht ins Gegenteil
verwandeln könnte. Statt anziehend und werbend, würde
die Sache bei ungeschickter Handhabung womöglich zum
Abschreckungsmittel werden,
Gaststätten mit eigener, guter Hauskapelle können diese für
den Rundfunk spielen lassen. Ich bin überzeugt, daß viele Hörer
dadurch veranlaßt werden, sich die Musik auch am Schauplatz
ihrer Wirksamkeit anzuhören. Es ist doch etwas anderes, ob
ich die Musik bei mir im Alltagsheim, im nüchternen Hausanzug,
durch den Rundfunk übertragen, genieße, oder ob ich
sie im eleganten Rahmen des Neptun-Hotels anhöre, umgeben
von einer gepflegten Gesellschaft und selbst in den Smoking
oder Cut gehüllt. Wer vielleicht aus irgend welchen Gründen
noch niemals in der Halle des Neptun-Hotels war, der wird zum
Besuche angeregt, wenn er im Tagesprogramm seines Rundfunks
den Namen des Neptun-Hotels liest, und wenn die Weisen
der Hauskapelle sich seinem Ohr einschmeicheln. Wiederholt
wies ich schon auf die suggestive Macht und Kraft der Reklame
hin und daß man sich diese Suggestion dienstbar machen solle.
Über die Alltagsmöglichkeiten der Rundfunkreklame will ich
mich nicht näher auslassen, weil diese Dinge sich noch zu sehr
im Fluß befinden, und weil jene Gesellschaften und Firmen,
die sich mit der geschäftlichen Auswertung des Rundfunks als
Reklamemittel befassen, die Kurorte sowie die Angehörigen des
Hotelgewerbes hierüber fortlaufend schon zur Genüge unterrichten
werden. Da, was beim Niederschreiben dieses Kapitels
geschildert wird, beim Erscheinen des Buches schon wieder
veraltet sein könnte, beschränke ich mich auf ein paar
allgemeine Winke.
Die vornehme Gaststätte, der seinen Ruf wahrende Kurort
wird sich besonders vor einer unvornehm wirkenden Reklame
durch den Rundfunk zu hüten haben. Man sehe sich deshalb
alle diesbezüglichen Anerbieten scharf daraufhin an, wie die