GEMEINSCHAFTSREKLAME DER HOTELS MIT DEM KURORT
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13. GEMEINSCHAFTSREKLAME
DER HOTELS MITDEM KURORT
Man begegnet der Gemeinschaftsreklame, die ich kurz
Kollektivreklame nennen will, jetzt häufiger als vor dem Welt-
kriege. Sie ist ein Zeichen der Zeit. Zusammenschluß auf allen
Gebieten, weil der einzelne sich machtlos fühlt. Als die Anzeigen-
preise der Zeitungen und Zeitschriften Milliarden- und Bil-
lionenziffern erreicht hatten, kam der Alleinmarschierende
nicht mehr mit. Wenigstens sah man die winzige Anzeige nicht,
die er sich für seine Milliarden leisten konnte. So wurde die
Kollektivreklame, die man schon vor dem Weltkriege gekannt
hatte, neu geboren.
Sie kann Gutes leisten, wenn sie gut entworfen, geschickt
arrangiert und richtig verteilt wird. Aber Vorbedingung ist,
meiner Ansicht nach, daß nicht Hotels und Fremdenheime
der verschiedensten Klassen wahllos mit allerhand Waren-
magazinen und Handwerkern zusammengekoppelt werden, die
einen ganz verschiedenen Kundenkreis haben. Das hat man
seither bei der Kollektivreklame ein wenig außer acht gelassen,
und es ist wohl die Ursache, daß nicht immer Freude in Trojas
Hallen herrscht und daß die Außenseiter sich mehren.
Das Grand-Hotel oder das Palast-Hotel oder das bürgerliche
Hotel Müller oder das vornehme Weinrestaurant oder den
einfachen Bierausschank mit einer Anzahl Geschäften der
verschiedensten Art an denselben Wagen zu spannen, ist ein
Unterfangen, das entweder dem einen oder dem anderen
Beteiligten nicht bekommen wird. Im 5. Kapitel betr. „Zeitungen
und Zeitschriften‘ mache ich darauf aufmerksam, daß ein
vornehmes, erstklassiges Hotel nicht in Zeitungen und Zeit-
schriften inserieren dürfe, die einen ausgesprochen kleinbürger-
lichen Leserkreis haben: daß ein Geschäftsreisendenhaus sein