34
Deutschlands Auslandsanleihen,
Zinstermin zulässig, bis 1. November 1931 einschließlich mit einem
Aufschlag von 1 %.
Wie aus der Datierung der Anleihe hervorgeht, hat sich die
Auflegung der Anleihe stark hinausgezögert. Dasselbe ist bei der
2,5-Mill.-$-Anleihe des Elektrizitätswerks Unterelbe
A.-G. der Fall, über die bereits im Dezember 1925 der Vor-
vertrag abgeschlossen ist, deren Auflegung aber erst am 22, Ok-
tober 1926 erfolgte. Die Anleihe ist indessen nicht zurückdatiert,
sondern vom 1. Oktober 1926 datiert. Das Kraftwerk der Gesell
schaft versorgt in der Hauptsache nur die Stadt Altona mit Strom.
Die Gesellschaft hat vor einiger Zeit auch die Gas- und Wasser-
werke der Stadt erworben und betreibt sie durch eine Tochter-
gesellschaft, die Altonaer Gas- und Wasserwerke 6. m. b. H., deren
Kapital in ihren Händen ist. Der Erlös der Anleihe dient ins-
besondere für den Bau einer neuen Kraftanlage. Für die Anleihe
ist der gesamte Besitz der Gesellschaft einschließlich der Gas- und
Wasserwerke hypothekarisch belastet. Die Tilgung erfolgt ab
1. April 1929 mit 100 000 $ halbjährlich. Die letzte Rate ist!)
am 1. April 1941 zu zahlen (nicht 1. Oktober 1941, wie der Pro-
spekt irrtümlich angibt). Eine vorzeitige Kündigung ist mit
S0tägiger Voranzeige zu jedem Zinstermin zu 103 % zulässig.
Eine besondere Stellung nimmt die 5 % 14,5-Mill.-sfr-Anleihe
derKraftübertragungswerkeRheinfelden (Baden)
ein, eine Aktiengesellschaft, deren Aktien sich teils in deutschem,
teils in schweizerischem Besitz befinden und deren Tätigkeitsfeld
sich nicht nur auf Baden, sondern auch auf die Schweiz erstreckt,
außerdem auf das Elsaß. Ihre Einnahmen stammen daher auch
zum Teil aus der Schweiz, so daß die Verzinsung der Anleihe zum
Teil auch die schweizerische Volkswirtschaft und nicht allein die
deutsche belastet. Außerdem wurde die Anleihe in erster Linie
zur Konversion von drei 4% % Obligationsanleihen aus den
Jahren 1901 (5 Mill. sfr), 1908 (6,25 Mill. sfr) und 1912 (3,75 Mil-
lionen sfr) verwendet, im übrigen zur Finanzierung der Beteili-
gung der Gesellschaft am Aktienkapital des neuen Kraftwerks
Ryburg-Schwörstadt. Die Gesellschaft ist an diesem Kraftwerk
mit einem Viertel des sich auf 30 Mill. sfr belaufenden Aktien-
kapitals, also mit 7,5 Mill. sfr, beteiligt, wovon sie 48 % an be-
freundete elektrochemische Industrien abgegeben hat. Nach der
Bilanz vom 31. Dezember 1926 waren noch 8 411 000 sfr alte Obli-
gationen im Umlauf, so daß von der Anleihe demnach rund
6,1 Mill. sfr für die Finanzierung der Beteiligung übriggeblieben
sind, vorausgesetzt, daß alle Obligationsinhaber von dem Konver-
sionsangebot Gebrauch gemacht haben, Dies ist aber anzunehmen,
denn abgesehen von der höheren Verzinsung, hat noch jeder Obli-
) Laut Mitt, der Gesellschaft.