Full text: Sittlichkeit in Ziffern?

Krieg und Nachkrieg. 
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Sport, Lust am Mysterium oder mehr oder weniger un- 
schuldiger Flirt mögen oft die nächtlichen Fahrten allein aus- 
reichend erklären. Aber da die Nachtautomobile auch dem ver- 
botenen Alkoholgenuß dienen und die amerikanische Jugend 
trotz der genossenen Koedukation keineswegs: den allgemeinen 
physio-psychischen Gesetzen entgeht, so darf dem Pessimismus 
in der Beurteilung dieser Sitten immerhin Spielraum gewährt 
werden. Kennern zufolge führt die Sitte allerdings nicht häufig 
zum Geschlechtsakt und noch seltener zu unehelicher Mutter- 
schaft, sondern nur zu weitgehendem Demiviergismus; aber 
moralisch steht letzterer ja nicht höher als jene ®, 
Nach Aussagen von Schülern höherer amerikanischer Lehr- 
anstalten selbst ergehen mehr als go% aller Mädchen und 
Jungen, die Gesellschaften, Tänze und Autofahrten mitmachen, 
sich in Küssen und Sichabdrücken. „Dies bedeutet nicht, daß 
jedes Mädchen sich von jedem Jungen abknutschen läßt. Aber 
% Für den Ernst der sexuellen Krise in Amerika sind auch Art und An- 
lage der modernen Enqueten symptomatisch. So finden wir in einer Enquete 
über Family disorganization die Frage: „What intimacies were allowed 
before the engagement? After the engagement, but before marriage? What 
was the reaction of each?“ (Ernest R. Mowrer, Family Disorganization, 
l. c., p. 299.) — Über eine andere, weniger intime Fragen berührende 
Enquete berichtet Graham: 
„On my way into Cleveland I read in the Pittsburg Post the following 
statistics of life at Princetown College of the students at the College: 
184 men smoke. 
76 began after entering College, but 5r students have stopped smoking 
since entering College, 
gı students wear glasses, and 57 began to wear them since entering 
15 students chew tobacco. 
19 students consider dancing‘ immoral, 
16 students consider card-playing immoral. 
206 students correspond with a total of 579 girls. 
203 students claim to have kissed girls in their time. 
24 students have proposed and been rejected". 
(Stephen Graham, With poor immigrants to America, London 1914, 
Macmillan, p. 217.)
	        
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