Brautkinder.
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soll2, so ist die Verzichtleistung der Statistik auf ihre Erhebung
geeignet, einen sehr wichtigen Tatbestand zu verschleiern und
die Unehelichkeitsstatistik a priori um ein sehr erhebliches
Moment zu schmälern.
Nach einer interessanten evangelischen Enquete in Deutschland
1895—1896 über den hier untersuchten Gegenstand ist
die Quote der unehelichen Erstgeburten eine sehr beträchtliche.
Aus dem Regierungsbezirk Königsberg heißt es, daß selbst die
beiden am günstigsten stehenden Gemeinden unter den Bräuten
16% entjungferte aufwiesen, die drei am schlechtesten stehenden
60, 66, 75%. Aus Westpreußen heißt es von 439%; aus
Köslin in Pommern 39%; aus Stettin 44,5%; aus Stralsund
56,5%; aus Nordthüringen 50% (Südthüringen erheblich
höher): aus Mittelfranken 480%: Unterfranken 17%; Rhein-2?
Nach Schneider (Über voreheliche Schwängerung, in [Conrads] Jahrbüchern
für Nationalökonomie und Statistik, III. Folge, X. Band [1895],
S. 555), auf Grund der Berechnung der Empfängnisperiode in den ehelichen
Erstgeburten in Dresden 1890—18g4. Schneider bemerkt: „Im
ganzen waren von den 10 414 (in den Jahren 1890—1894 in Dresden
registrierten) Geburten 4048 einer vorehelichen und 6366 einer ehelichen
Schwängerung zuzuschreiben, so daß der ersteren Klasse 39 % angehörten.
Übereinstimmend mit unserer Ziffer ist die von Rubin und Westergaard
(Statistik der Ehen, Jena 1890, S. 38), welche bei Annahme einer siebenmonatigen
Graviditätsperiode unter 999 Geburten 389g der in Rede stehenden
Art, also 39%, und nach Hinzufügung derjenigen Frauen, welche
kinderlos blieben (in Summa 1181), 330% erhielten. Demgegenüber hat
Geißler (Über die Vorteile der Berechnung nach ‚perzentilen Graden‘,
in Mayrs ‚Allgemeines statistisches Archiv‘, 2. Jahrg., S. 460) auf Grund
von 1982 Mehrlingsgeburten für die Jahre 1880—71890 in Sachsen, unter
Annahme einer Schwangerschaftsdauer von 7—8 Monaten 45% für Geburten
vorehelicher Schwängerung gefunden. Berechnen wir dieselbe Größe
an den in unseren Tabellen enthaltenen 246 Mehrlingsgeburten, von denen
96 der fraglichen Kategorie angehören, so erhalten wir auch hier nur 39 %;
doch kann die geringe Zahl dieser Geburten nicht maßgebend sein.“ —
Mischler gibt 1898 40—50% der Ersigeburten als vorehelich erzeugt an
(E. Mischler, Artikel „Uneheliche Geburten“, im Wörterbuch der Volkswirtschaft
[Elster], Jena 1898, Fischer, S. 716).