Sechstes Kapitel
Eigenschaften des Produkts. Das Rohmaterial bildet die Substanz
des Produkts, hat aber seine Form verändert. Rohmaterial und
Hilfsstoffe verlieren also die selbständige Gestalt, womit sie in
den Arbeitsprozeß als Gebrauchswerte eintraten. Anders mit den
$gentlichen Arbeitsmitteln. Ein Instrument, eine Maschine, ein
Fabrikgebäude, ein Gefäß usw. dienen im Arbeitsprozeß nur, so-
‘“Dge sie ihre ursprüngliche Gestalt bewahren und morgen wieder
0 eben derselben Form in den Arbeitsprozeß eingehen, wie gestern.
Wie sie während ihres Lebens, des Arbeitsprozesses, ihre selb-
Ständige Gestalt dem Produkt gegenüber bewahren, so auch nach
Ihtem Tode. Die Leichen von Maschinen, Werkzeugen, Arbeits-
Sebäuden usw. existieren immer noch getrennt von den Produkten,
die sie bilden halfen. Betrachten wir nun die ganze Periode, wäh-
“end deren ein solches Arbeitsmittel dient, von dem Tage seines
Sintritts in die Werkstätte bis zum Tage seiner Verbannung in die
Rumpelkammer, so ist während dieser Periode sein Gebrauchswert
0n der Arbeit vollständig verzehrt worden und sein Tauschwert
daher Vollständig auf das Produkt übergegangen. Hat eine Spinn-
Naschine zum Beispiel in 10 Jahren ausgelebt, so ist während des
Benjährigen Arbeitsprozesses ihr Gesamtwert auf das zehnjährige
"Odukt übergegangen. Die Lebensperiode eines Arbeitsmittels
mfängt also eine größere oder kleinere Anzahl stets von neuem
mit ihm wiederholter Arbeitsprozesse. Und es geht dem Arbeits-
alte wie dem Menschen. Jeder Mensch stirbt täglich um 24 Stun-
N ab. Man sieht aber keinem Menschen genau an, wieviel Tage
e bereits verstorben ist. Dies hindert Lebensversicherungsgesell-
«Chaften jedoch nicht, aus dem Durchschnittsleben der Menschen
_ Sichere, und was noch viel mehr ist, sehr profitliche Schlüsse
fah Ziehen. So mit dem Arbeitsmittel. Man weiß ‚aus der Er-
vo Tüng, wie lange ein Arbeitsmittel, zum Beispiel eine Maschine
we ‚Sewisser Art, durchschnittlich vorhält. Gesetzt, sein Gebrauchs-
Seh Arbeitsprozeß dauere nur 6 Tage. So verliert es im Durch-
y lt jeden Arbeitstag !/, seines Gebrauchswertes und gibt daher
de Seines Wertes an das tägliche Produkt ab. In dieser Art wird
N 1. Srschleiß aller Arbeitsmittel berechnet, also zum Beispiel ihr
Wr Cher Verlust an Gebrauchswert und ihre entsprechende tägliche
$rtabgabe an das Produkt.
We Es zeigt sich so schlagend, daß ein Produktionsmittel nie mehr
dicht an das Produkt abgibt, als es im Arbeitsprozeß durch Ver-
We tung seines eigenen Gebrauchswertes verliert. Hätte es keinen
lichen Zu verlieren, das heißt wäre es nicht selbst Produkt mensch-
Es Sr Arbeit, so würde es keinen Wert an das Produkt abgeben.
Tau iente als Bildner von Gebrauchswert, ohne als Bildner- von
mitgenn Wert zu dienen. Dies ist daher der Fall mit allen Produktions-
mit Ve die von Natur, ohne menschliches Zutun, vorhanden sind,
Urm Tde, Wind, Wasser, dem Eisen in der Erzader, dem Holze des
Waldes usw.
157