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Die Aufgabe, die Ausübung dieses Wahlrechtes zu organisieren, wurde
Privatorganisationen, den Parteien, übertragen.
Die moderne Republik übergab also die Bewirt—
schaftung des höchsten Besitzes der Staatsbürger der
privaten Hand.
Wenn man die modernen Parteien vom Standpunkt einer Kritik
des modernen Systems betrachten will, so muß das Grundlätzliche in
hrem Wesen in den Vordergrund gestellt werden. Es sei dabei gleich
bemerkt, daß es auch im Parteiwesen Inseln gibt, auf denen ein besserer
Beist lebt. Bei der Betrachtung des gesamten Parteiwesens kommen diese
Einzelerscheinungen aber nicht in Frage. Ein Zustand, der auf Grund
einer Natur zur Verderbnis führen muß, kann deshalb nicht in Schutz
genommen werden, weil auch er noch lichte Punkte aufweisen kann.
Die Partei ist also eine Privatorganisation. Zu
ihrer Bildung gehört der Entschluß einzelner Per—
lönlichkeiten. Der weitere Erfolg ist von dem Vor—
zandensein der notwendigen Geld-und Machtmittel
abhängig.
Die Partei ist ein Privatunternehmen zur Sammlung von Wähler⸗
stimmen. Der Erfolg, den dieses Privatunternehmen anstrebt, ist die
Teilnahme an der politischen Macht im Staate. Die Vorbedingung des
Erfolges einer Partei ist die Sammlung möglichst vieler Wählerstimmen,
um hierdurch eine möglichst große Zahl von Abgeordnetensitzen im Par⸗
lament zu erringen. Von der Zahl der Abgeordnetensitze hängt die
politische Macht ab. Die Masse der Wählerstimmen ist wieder abhängig
pon der Größe des Agitationsapparates, den die Partei sich zu schaffen
oermag. Das wahre Wollen der Partei, ihr politisches Ziel, oder ihr
Brogramm, spielt für das Wachstum der Partei eine verhältnismäßig
geringe Rolle. Als Parteiprogramm wird das ausgegeben, was den
Wünschen der breiten Massen entspricht. Das System des Parteiismus
bringt es mit sich, daß die Partei gar nicht verpflichtet ist, dieses
Programm durchzuführen. Es ist nur eine Frage geschickter Partei—
jaktik, die Wählermassen einzuschläfern und stets im guten Glauben zu
erhalten. Bei völliger Verschiedenheit des inneren Wollens der Parteien,
aähneln sich alle ihre Programme. Wenn sich eine Partei mit dem
lautersten Programm bilden würde, welches überhaupt gefunden werden
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