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Erster Abschnitt.
gedrückt werden, daß bei gegebener Wertsumme der Waren und
gegebener Durehschnittsgeschwindigkeit ihrer Metamorphosen, die
Quantität des umlaufenden Geldes oder des Geldmaterials von
seinem eigenen Wert abhängt. Die Illusion, daß umgekehrt die
Warenpreise durch die Masse der Zirkulationsmittel und letztere
ihrerseits durch die Masse des in einem Lande befindlichen Geld
materials bestimmt werden,’® wurzelt bei ihren ursprünglichen Ver
tretern in der abgeschmackten Hypothese, daß Waren ohne Preif
und Geld ohne Wert in den Zirkulationsprozeß eingehen, wo sich
dann ein bestimmter Teil des Warenbreies mit einem bestimmteb
Teil des Metallberges austausche.®
Dekonomie, spricht er das Richtige aus: „Die Menge gemünzten Geldes richte
sich in jedem Lande nach dem Werte der damit in Umlauf gesetzten
Waren. ... Der Wert der in einem Lande jährlich gekauften und verkauftes
Waren erfordert eine gewisse Menge Geldes, um die Waren in Umlauf z'
setzen und an ihre eigentlichen Verbraucher zu verteilen; mehr aber i
nicht verwendbar, Der Umlaufskanal zieht eine zu seiner Füllung hir
reichende Summe an sich und läßt niemals mehr zu.“ („Wealth of Nations“
b. IV, ch. 1.) [Vgl. Adam Smith: „Untersuchung über das Wesen und di
Ursachen des Volkswohlstandes.“ Uebersetzt von F. Stöpel. Berlin 1906, Bd. I
S. 209 und 211.] Aehnlich eröffnet A. Smith sein Werk ex officio mit eine!
Verherrlichung der Teilung der Arbeit. Hinterher, im letzten Buch über d#
Quellen des Staatseinkommens, gibt er gelegentlich A. Fergusons, seine
Lehrers, Kritik der Teilung der Arbeit wieder.
79 „Die Preise der Waren werden sicherlich bei jeder Nation steige?
sowie die Menge von Gold und Silber im Volke zunimmt; und wo hir
wiederum die Menge von Gold und Silber bei einer Nation abnimmt, müsse!
daher die Preise sinken, und zwar im Verhältnis zu jener Abnahme.“ (Jacol
Vanderlint: „Money answers all Things, London 1734“, p. 5.) Nähere Ver
gleichung zwischen Vanderlint und Humes „Essays“ läßt mir nicht den g”
ringsten Zweifel, daß Hume V.s übrigens bedeutende Schrift kannte und b®
nutzte. Die Ansicht, daß die Masse der Zirkulationsmittel die Preise b*
stimmt, auch bei Barbon und noch viel älteren Schriftstellern. „Unbehlt
derter Handel“, sagt Vanderlint, „kann keinen Schaden bringen, sondel!
nur großen Vorteil. ... Denn wenn der Geldvorrat einer Nation durch il
vermindert wird, was ja die Schutzzölle und Einfuhrverbote verhinder!
sollen, so werden diejenigen Nationen, zu denen der Geldvorrat abströß
bald erfahren, daß alle Preise steigen. . . . Hingegen werden unsere Man?
fakturprodukte und alle andern Waren bald so sehr im Preise sinken, d#
sich die Handelsbilanz wieder zu unsern Gunsten neigt und wir dadurch d?
Geld wieder zurückholen.‘““ („Money answers all Things“, p. 44.)
% Daß jede einzelne Warenart durch ihren Preis ein Element d®
Preissumme aller zirkulierenden Waren bildet, ist selbstverständlich. W”
aber untereinander unvergleichbare Gebrauchswerte sich in ihrer Gesam
masse mit der in einem Land befindlichen Gold- oder Silbermasse a
tauschen sollen, ist völlig unbegreiflich. Verschwindelt man die Warenw®*
in eine einzige Gesamtware, wovon jede Ware nur einen bestimmten Te
bildet, so kommt das schöne Rechenexempel heraus: Die Gesamtware *
gleich einem gewissen Gewicht Gold. Eine einzelne Ware A ist ein bestimm!®
Teil der Gesamtware, sie ist daher gleich demselben bestimmten Teil jen?
Gewichts Gold, Dies ehrlich heraus bei Montesauieu: „Wenn man &