Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Drittes Kapitel. 
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Gerade in den Anfängen der Warenzirkulation verwandelt sich 
ur der Ueberschuß an Gebrauchswerten in Geld. Gold und Silber 
erden so von selbst zu gesellschaftlichen Ausdrücken des Ueber- 
lusses oder des Reichtums. Diese naive Form der Schatzbildung 
/erewigt sich bei Völkern, wo der traditionellen und auf Selbst- 
bedarf gerichteten Produktionsweise ein fest abgeschlossener Kreis 
“on Bedürfnissen entspricht. Die Zirkulation ist gering, die Menge 
der Schätze groß. So bei den Asiaten, namentlich den Indern. 
Vanderlint, der die Warenpreise durch die Masse des in einem 
Land befindlichen Goldes und Silbers bestimmt wähnt, fragt sich, 
Yaruım die indischen Waren so wohlfeil? Antwort: Weil die Inder 
das Geld vergraben. Von 1602 bis 1734, bemerkt er, vergruben sie 
150 Millionen Pfund Sterling Silber, die ursprünglich von Amerika 
lach Europa kamen.** Von 1856 bis 1866, also in 10 Jahren, ex- 
“Ortierte England nach Indien und China (das nach China exportierte 
Metall fließt großenteils wieder nach Indien) 120 Millionen Pfund 
Sterling in Silber, welches vorher gegen australisches Gold ein- 
3eWwechselt wurde. 
Mit mehr entwickelter Warenproduktion muß jeder Waren- 
Produzent sich den Nervus rerum [den „Nerv der Dinge“], das ‚gesell- 
Schaftliche Faustpfand“ sichern.® Seine Bedürfnisse erneuern sich 
Maufhörlich und gebieten unaufhörlichen Kauf fremder Ware, 
Vährend Produktion und Verkauf seiner eigenen Ware Zeit kosten 
and. von Zufällen abhängen. Um zu kaufen, ohne zu verkaufen, 
Muß er vorher verkauft haben, ohne zu kaufen: Diese Operation, 
Auf allgemeiner Stufenleiter ausgeführt, scheint sich selbst zu wider- 
Srechen. An ihren Produktionsquellen jedoch tauschen sich die 
dien Metalle direkt mit andern Waren aus. Es findet hier Verkauf 
(auf Seite der Warenbesitzer) ohne Kauf (auf Seite der Gold- und 
A berbesitzer) statt.‘®° Und spätere Verkäufe ohne nachfolgende 
4ufe vermitteln bloß die weitere Verteilung der edlen Metalle 
‚uter alle Warenbesitzer. So entstehen auf allen Punkten des Ver- 
ychrs Gold- und Silberschätze von verschiedenstem Umfange. Mit 
We Möglichkeit, die Ware als Tauschwert oder den Tauschwert als 
ya festzuhalten, erwacht die Goldgier. Mit der Ausdehnung der 
tert. nzirkulation wächst die Macht des Geldes, der stets schlag- 
ain ‘gen, absolut gesellschaftlichen Form des Reichtums. „Gold ist 
vi Wunderbares Ding! Wer dasselbe besitzt, ist Herr von allem, 
p S Sr wünscht. Durch Gold kann man sogar Seelen in das 
“radies gelangen lassen.“ (Columbus, im Brief aus Jamaica, 1503.) 
nn 
ind 57 „Durch dieses Verfahren halten sie die Preise aller ihrer Güter 
i7840 ren nn Miedrig.“ (Vanderlint: „Money answers all Things. London 
> P. 95, 96.) 
Man ° „Geld ist ein Pfand.“ (John Bellers: „Essays about the Poor, 
“actures, Trade, Plantations, and Immorality, London 1699“, p. 13.) 
scho Kauf im kategorischen Sinn unterstellt nämlich Gold oder Silber 
N -als verwandelte Gestalt der Ware oder als Produkt des Verkaufs.
	        
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