Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Fünftes Kapitel. 
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Man soll seine Abstinenz bedenken. Er konnte seine 15 Shilling 
Verprassen. Statt dessen hat er sie produktiv konsumiert und Garn 
daraus gemacht. Aber dafür ist er ja im Besitz von Garn statt von 
Gewissensbissen. Er muß beileibe nicht in die Rolle des Schatz- 
Yildners zurückfallen, der uns zeigte, was bei der Asketik heraus- 
kommt. Außerdem, wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht ver- 
loren. Welches immer das Verdienst seiner Entsagung, es ist nichts 
da, um sie extra zu zahlen, da der Wert des Produkts, der aus 
dem Prozeß herauskommt, nur gleich der Summe der hineingewor- 
lenen Warenwerte. Er beruhige sich also dabei, daß Tugend der 
Tugend Lohn,/ Statt dessen wird er zudringlich. Das Garn ist ihm 
Mnütz, Er hat es für den Verkauf produziert. So verkaufe er es, oder, 
doch einfacher, produziere in Zukunft nur Dinge für seinen eigenen 
Bedarf, ein Rezept, das ihm bereits sein Hausarzt. MacCulloch als 
Probates Mittel gegen die Epidemie der Ueberproduktion verschrieben 
hat, Er stellt sich trutzig auf die Hinterbeine. Sollte der Arbeiter mit 
seinen eigenen Gliedmaßen in der blauen Luft Arbeitsgebilde schaffen, 
Waren produzieren? Gab er ihm nicht den Stoff, womit und worin 
ST allein seine Arbeit verleiblichen kann? Da nun der größte Teil 
der Gesellschaft aus solchen Habenichtsen besteht, hat er nicht der 
Gesellschaft durch seine Produktionsmittel, seine Baumwolle und 
Seine Spindel, einen unermeßlichen Dienst erwiesen, nicht dem 
Arbeiter selbst, den er obendrein noch mit Lebensmitteln versah? 
Und soll er den Dienst nicht berechnen? Hat der Arbeiter ihm 
aber Nicht den Gegendienst erwiesen, Baumwolle und Spindel in 
Garn zu verwandeln? Außerdem handelt es sich hier nicht um 
Dienste,2s Ein Dienst ist nichts als die nützliche Wirkung eines 
Gebrauchswertes, sei es der Ware, fei es der Arbeit.!*® Hier aber 
Us den Tauschwert. Er zahlte‘ dem Arbeiter den Wert von 
Shilling. Der Arbeiter gab ihm ein genaues Aequivalent zurück 
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AL ümen, schmücken und putzen ... Wer aber mehr oder 
besseres ch al er gibt), das ist Wucher, und heißt, nicht Dienst, 
Sondern Schaden gethan seinem Nehesten, als mit stelen und rauben 
Seschieht, Es ist nicht alles Dienst und wolgethan dem Nehesten, was 
nl heißt, Dienst und wolgethan. Denn eine Ehebrecherin und Ehebrecher 
Kun einander großen Dienst und wolgefallen. Ein Reuter thut einem Mord- 
Tenner großen reuterdienst, das er im hilfft auff der straßen rauben, Land 
d. Leute bevehden. Die Papisten thun den unsern großen Dienst, das sie 
dicht alle ertrenken, verbrennen, ermorden, im Gefengniß verfaulen lassen, 
Sondern lassen doch etliche leben, und verjagen sie, oder nemen jnen was 
nn haben. Der Teufiel thut selber seinen Dienern großen, unermeßlichen 
(net, Summa, die Welt ist voll großer, trefflicher, teglicher Dienst 
ne Wolthaten.“ (Martin Lulher: „An die Pfarherrn, wider den Wucher 
Predigen usw. Wi 540.“ . 
B % oh bemerken dern in Dr Kritik der Politischen Oekonomie. 
Krim 1859“, 8, 14, unter anderm: „Man begreift, welchen „Dienst“ die 
5 tegorie „Dienst“ (service) einer Sorte Oekonomen wie J. B. Say und 
 Bastiat leisten muß.“
	        
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