Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Großbritannien (Textilindustrie: Flachs, Inte). 
Dabei waren bei der ersten Kategorie 
43,000 Weber und 138,000 Arbeiter, bei 
der zweiten 40,000 Weber und 142,000 
Arbeiter beschäftigt. Man ersieht also 
daraus, daß, obschon die Anzahl der 
Kammgarnspinnereien kaum ein Drittel 
der Anzahl der Streichgarnfabriken be 
trägt, doch in derselben mehr Spindeln, 
Webstühle und Menschen beschäftigt sind. 
Der Hauptsitz der Fabrikation von 
Strcichgarnstoffen befindet sich in B»rk- 
shire, Gloucestershire, Somerset und 
Wilts, jener von Kammgarnstoffen in 
Bradford, Halifax, Bork, Leeds, Wor 
cester und Norfolk, von wollenen Wirk 
waren in Leicestershire, von Wollgarnen 
in Lancashire, Derby und Borkshire, von 
Teppichen in Kidderminster, Wilton und 
Arminster. In der Erzeugung von feinen 
bunten Shawltüchern, Plaids, Tartans, 
Tweeds u. a. steht Schottland unüber 
troffen da, Paisley besonders in der 
Fabrikation von Barège und ähnlichen 
Kleiderstoffen. Diese Industrie gibt in 
ihren verschiedenen Zweigen einer Million 
Menschen Beschäftigung unb verarbeitet 
an 250 Mill, kg Rohstoffe jährlich zu 
Geweben, deren Wert 1600—2000 Mill. 
Mk. beträgt. Ferner werden jährlich an 
50-60 Mill. Pfd. alter Wollstoffe zìt 
Mungo oder Shoddy verarbeitet, woraus 
dann teils neue Stosse, teils Tuch-und 
Samttapeten hergestellt werden. Außer 
der Schafwolle werden von Alpakowolle 
jährlich für 10—15Mill. Mk.hbesonders in 
Saltaire) versponnen, ferner Mohair rc. 
Die Ausfuhr des Jahrs 1879 wertete: 
Wollgarn 68,2 Mill. Mark 
Tuch, Coating rc.. . . 125,» 
Kammgarnstoffe . . . 148,o 
Decken und Deckeuzeug . 12,7 
Flanell 
Teppiche und Drogetts 
Andre 
8,0 
16,8 
222 
Zusammen: 402,7 Mill. Mark 
3) Flachsindustrie. Hierfür gibt es 
drei Mittelpunkte: Leeds in England, 
Dundee in Schottland und Belfast in Ir 
land. In lctzterm besteht die Flax Supply 
Association, gegründet zur Förderung 
des Flachsbaus und der damit verbuude- 
neu Gewerbe. 1850 bestanden 393 Fabri 
ken mit 965,000 Spindeln unb 6100 me 
chanischen Webstühlcn, dagegen 1875 in: 
Arbeitskräfte 
Arbeiter .... 
Fabriken.... 
Spindeln.... 
Dublierspindeln . 
Mechan. Webstiihle 
Eng 
land 
18000 
155 
370000 
33000 
3000 
Schott 
land 
42000 
191 
317000 
14000 
17400 
Irland 
50000 
154 
867000 
20000 
14900 
also im ganzen 620 Fabrikeil, 110,000 
Arbeiter, 1,712,000 Spindeln und 34,900 
Wcbstühlc (mit Zuziehung hanfartiger 
Stoffe 51,600). Besonders mächtig hat 
sich diese Industrie im nordwestlichen Ir 
land entwickelt. Hier vermehrten sich von 
1850—74 die Etablissements von 69 auf 
149, die Spindeln von 396,338 auf 
906,946, die Zahl der Arbeiter von21,121 
auf 60,316. Aber der Außenhandel hat 
abgenommen; die ausländische (deutsche, 
französische, österreichische, belgische) In 
dustrie macht der euglischeir starke Kon 
kurrenz auf dem Weltmarkt. Die Einfuhr 
hatte 1879 folgende Werte erreicht : Leinen 
garn 7,9 Mill. Mark, Leinenwaren 4,7 
Mill. Mk., also ein Gesamtwert von 12,6 
Mill. Mk. Und diese Einfuhr ist im Zu- 
nehnlen begriffen, während die Ausfuhr 
zurückgeht. Dieselbe betrug: 
1870 1879 
Leinengarne (engl. Pfd.) 37239000 18473800 
Leinenstosfe (Yards) . . 226471000 160801700 
Der Wert der Ausfuhr betrug 1879: 
134 Mill. Mk., davon: 
Leinengarn. . 24,» I Segeltuch... 3,9 
Leinenwaren . 93,5 | Nähzwirn. . . 5,7 
Die Hauptrichtungen des Exports für 
Leinengarn sind: Spanien (1879: 5,6 
Mill. Mk.), Derltschland (5,2 Mill. Mk.), 
Holland, Frankreich, Belgien, Italien. 
Die Hauptrichtnngen der Ausfuhr für 
Leinenstosfe sind: die Bereinigten Staaten 
(1879: 46,2 Mill. Mk.), Australien (5,5 
Mill.), Spanisch-Westindien (6,6 Mill.), 
Frankreich (4,4 Mill.), Brit.-Nordamerika 
(2 Mill.), Deutschland (5,842,000 Mk.), 
Brasilien, Kolumbien, Argentinien rc. 
4) Juteindustrie. Schottland ist in 
den Distrikten von Dundee, Glasgow und 
Arbroath Hauptsitz; große Etablissements 
sind auch in Belfast und London. Diese
	        
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