228
Großbritannien (Textilindustrie: Flachs, Inte).
Dabei waren bei der ersten Kategorie
43,000 Weber und 138,000 Arbeiter, bei
der zweiten 40,000 Weber und 142,000
Arbeiter beschäftigt. Man ersieht also
daraus, daß, obschon die Anzahl der
Kammgarnspinnereien kaum ein Drittel
der Anzahl der Streichgarnfabriken be
trägt, doch in derselben mehr Spindeln,
Webstühle und Menschen beschäftigt sind.
Der Hauptsitz der Fabrikation von
Strcichgarnstoffen befindet sich in B»rk-
shire, Gloucestershire, Somerset und
Wilts, jener von Kammgarnstoffen in
Bradford, Halifax, Bork, Leeds, Wor
cester und Norfolk, von wollenen Wirk
waren in Leicestershire, von Wollgarnen
in Lancashire, Derby und Borkshire, von
Teppichen in Kidderminster, Wilton und
Arminster. In der Erzeugung von feinen
bunten Shawltüchern, Plaids, Tartans,
Tweeds u. a. steht Schottland unüber
troffen da, Paisley besonders in der
Fabrikation von Barège und ähnlichen
Kleiderstoffen. Diese Industrie gibt in
ihren verschiedenen Zweigen einer Million
Menschen Beschäftigung unb verarbeitet
an 250 Mill, kg Rohstoffe jährlich zu
Geweben, deren Wert 1600—2000 Mill.
Mk. beträgt. Ferner werden jährlich an
50-60 Mill. Pfd. alter Wollstoffe zìt
Mungo oder Shoddy verarbeitet, woraus
dann teils neue Stosse, teils Tuch-und
Samttapeten hergestellt werden. Außer
der Schafwolle werden von Alpakowolle
jährlich für 10—15Mill. Mk.hbesonders in
Saltaire) versponnen, ferner Mohair rc.
Die Ausfuhr des Jahrs 1879 wertete:
Wollgarn 68,2 Mill. Mark
Tuch, Coating rc.. . . 125,»
Kammgarnstoffe . . . 148,o
Decken und Deckeuzeug . 12,7
Flanell
Teppiche und Drogetts
Andre
8,0
16,8
222
Zusammen: 402,7 Mill. Mark
3) Flachsindustrie. Hierfür gibt es
drei Mittelpunkte: Leeds in England,
Dundee in Schottland und Belfast in Ir
land. In lctzterm besteht die Flax Supply
Association, gegründet zur Förderung
des Flachsbaus und der damit verbuude-
neu Gewerbe. 1850 bestanden 393 Fabri
ken mit 965,000 Spindeln unb 6100 me
chanischen Webstühlcn, dagegen 1875 in:
Arbeitskräfte
Arbeiter ....
Fabriken....
Spindeln....
Dublierspindeln .
Mechan. Webstiihle
Eng
land
18000
155
370000
33000
3000
Schott
land
42000
191
317000
14000
17400
Irland
50000
154
867000
20000
14900
also im ganzen 620 Fabrikeil, 110,000
Arbeiter, 1,712,000 Spindeln und 34,900
Wcbstühlc (mit Zuziehung hanfartiger
Stoffe 51,600). Besonders mächtig hat
sich diese Industrie im nordwestlichen Ir
land entwickelt. Hier vermehrten sich von
1850—74 die Etablissements von 69 auf
149, die Spindeln von 396,338 auf
906,946, die Zahl der Arbeiter von21,121
auf 60,316. Aber der Außenhandel hat
abgenommen; die ausländische (deutsche,
französische, österreichische, belgische) In
dustrie macht der euglischeir starke Kon
kurrenz auf dem Weltmarkt. Die Einfuhr
hatte 1879 folgende Werte erreicht : Leinen
garn 7,9 Mill. Mark, Leinenwaren 4,7
Mill. Mk., also ein Gesamtwert von 12,6
Mill. Mk. Und diese Einfuhr ist im Zu-
nehnlen begriffen, während die Ausfuhr
zurückgeht. Dieselbe betrug:
1870 1879
Leinengarne (engl. Pfd.) 37239000 18473800
Leinenstosfe (Yards) . . 226471000 160801700
Der Wert der Ausfuhr betrug 1879:
134 Mill. Mk., davon:
Leinengarn. . 24,» I Segeltuch... 3,9
Leinenwaren . 93,5 | Nähzwirn. . . 5,7
Die Hauptrichtungen des Exports für
Leinengarn sind: Spanien (1879: 5,6
Mill. Mk.), Derltschland (5,2 Mill. Mk.),
Holland, Frankreich, Belgien, Italien.
Die Hauptrichtnngen der Ausfuhr für
Leinenstosfe sind: die Bereinigten Staaten
(1879: 46,2 Mill. Mk.), Australien (5,5
Mill.), Spanisch-Westindien (6,6 Mill.),
Frankreich (4,4 Mill.), Brit.-Nordamerika
(2 Mill.), Deutschland (5,842,000 Mk.),
Brasilien, Kolumbien, Argentinien rc.
4) Juteindustrie. Schottland ist in
den Distrikten von Dundee, Glasgow und
Arbroath Hauptsitz; große Etablissements
sind auch in Belfast und London. Diese