Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

XXVI ; 
Vorwort des Herausgebers. 
andern Sprache stammen, sich aber so eingebürgert haben, daß sie 
uns weniger fremd sind als manches deutsche Wort. Was der Juni 
ist, weiß jedermann. Der Brachmond ist weit weniger bekannt. 
Für den gewöhnlichen deutschen Leser müßte man eher das deutsche 
Wort durch das lateinische übersetzen, als umgekehrt. 
Für welche Fremdworte eine Uebersetzung oder Erläuterung 
notwendig erscheint, wird davon abhängen, welche Kenntnisse man 
bei den Lesern des „Kapital“ voraussetzt. Nun darf man wohl an- 
nehmen, daß sich nur intelligente Arbeiter an dessen Lektüre heran- 
machen, die schon aus der Zeitungsliteratur mit zahlreichen Fremd- 
worten vertraut sind. Aber niemand liest eine Zeitung mit. dem 
Fremdwörterbuch in der Hand. Bei der Hast, mit der man sie zu 
lesen pflegt, führt die Anwendung zahlreicher Fremdworte in 
ihnen leicht nicht zu vermehrtem Verständnis solcher, sondern zur 
Gewohnheit, über unverstandene Worte hinwegzuhuschen, deren 
Sinn man halb errät, halb mißversteht, um sie dann ebenso halb 
richtig, halb verkehrt anzuwenden. 
Gerade die Gewohnheit, mit den Fremdwörtern in der Zeitung 
so zu verfahren, legt. die Gefahr nahe, daß der Leser sich auch im 
„Kapital“ mit Wörtern, die ihm nicht geläufig sind, in gleicher Weise 
abfindet. Darum erschien es mir angezeigt, bei den Erläuterungen 
von Fremdwörtern lieber zu viel als zu wenig zu geben. Allerdings, 
öfter vorkommende Fremdworte jedesmal zu erläutern, erschien mir 
überflüssig. 
Wem ich bei den Uebersetzungen. und Erläuterungen . von 
Fremdworten nicht weit genug ging, dem muß ich dringend den 
Gebrauch eines Fremdwörterbuches anraten, etwa die neue Auflage 
des Liebknechtschen. Eine Reihe Erläuterungen von Eigennamen, 
darunter auch solche wie Maritorne, Bill Sykes, Pindar, Fortunatus, 
sind im Namenregister gegeben, auf das ich noch zu sprechen komme. 
Unmöglich war es, etwa noch zu erklären, was zum Beispiel der Gral 
bedeutet. Das hätte unerträgliche Störungen im Text gegeben und das 
Buch wäre schließlich zu einem Konversationslexikon angeschwollen. 
Wo sich eine Erläuterung mit einem Wort machen ließ, hat Marx 
selbst eine solche mitunter in der französischen Uebersetzung ein- 
gefügt. So bemerkte er über die Wittib Hurtig, sie sei die Freundin 
Falstaffs gewesen (französische Vebersetzung, S. 18, 4. Auflage S. 14). 
Derartige Zusätze habe ich natürlich aus der französischen Ueber- 
setzung übernommen und nach ihrem Vorbild auch selbst einige 
gemacht, aber nur dort, wo es sich ohne Aufdringlichkeit und ohne 
Störung des Zusammenhanges mit einem Wort bewerkstelligen ließ. 
Ganz verzichtet habe ich auf erläuternde Noten, die das von 
Marx vorgebrachte Tatsachenmaterial, das jetzt ein halbes Jahr-
	        
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