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Vorwort des Herausgebers.
andern Sprache stammen, sich aber so eingebürgert haben, daß sie
uns weniger fremd sind als manches deutsche Wort. Was der Juni
ist, weiß jedermann. Der Brachmond ist weit weniger bekannt.
Für den gewöhnlichen deutschen Leser müßte man eher das deutsche
Wort durch das lateinische übersetzen, als umgekehrt.
Für welche Fremdworte eine Uebersetzung oder Erläuterung
notwendig erscheint, wird davon abhängen, welche Kenntnisse man
bei den Lesern des „Kapital“ voraussetzt. Nun darf man wohl an-
nehmen, daß sich nur intelligente Arbeiter an dessen Lektüre heran-
machen, die schon aus der Zeitungsliteratur mit zahlreichen Fremd-
worten vertraut sind. Aber niemand liest eine Zeitung mit. dem
Fremdwörterbuch in der Hand. Bei der Hast, mit der man sie zu
lesen pflegt, führt die Anwendung zahlreicher Fremdworte in
ihnen leicht nicht zu vermehrtem Verständnis solcher, sondern zur
Gewohnheit, über unverstandene Worte hinwegzuhuschen, deren
Sinn man halb errät, halb mißversteht, um sie dann ebenso halb
richtig, halb verkehrt anzuwenden.
Gerade die Gewohnheit, mit den Fremdwörtern in der Zeitung
so zu verfahren, legt. die Gefahr nahe, daß der Leser sich auch im
„Kapital“ mit Wörtern, die ihm nicht geläufig sind, in gleicher Weise
abfindet. Darum erschien es mir angezeigt, bei den Erläuterungen
von Fremdwörtern lieber zu viel als zu wenig zu geben. Allerdings,
öfter vorkommende Fremdworte jedesmal zu erläutern, erschien mir
überflüssig.
Wem ich bei den Uebersetzungen. und Erläuterungen . von
Fremdworten nicht weit genug ging, dem muß ich dringend den
Gebrauch eines Fremdwörterbuches anraten, etwa die neue Auflage
des Liebknechtschen. Eine Reihe Erläuterungen von Eigennamen,
darunter auch solche wie Maritorne, Bill Sykes, Pindar, Fortunatus,
sind im Namenregister gegeben, auf das ich noch zu sprechen komme.
Unmöglich war es, etwa noch zu erklären, was zum Beispiel der Gral
bedeutet. Das hätte unerträgliche Störungen im Text gegeben und das
Buch wäre schließlich zu einem Konversationslexikon angeschwollen.
Wo sich eine Erläuterung mit einem Wort machen ließ, hat Marx
selbst eine solche mitunter in der französischen Uebersetzung ein-
gefügt. So bemerkte er über die Wittib Hurtig, sie sei die Freundin
Falstaffs gewesen (französische Vebersetzung, S. 18, 4. Auflage S. 14).
Derartige Zusätze habe ich natürlich aus der französischen Ueber-
setzung übernommen und nach ihrem Vorbild auch selbst einige
gemacht, aber nur dort, wo es sich ohne Aufdringlichkeit und ohne
Störung des Zusammenhanges mit einem Wort bewerkstelligen ließ.
Ganz verzichtet habe ich auf erläuternde Noten, die das von
Marx vorgebrachte Tatsachenmaterial, das jetzt ein halbes Jahr-