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Dritter Abschnitt
stunden. Ein Kapital von 100 Talern, das 100 Arbeiter täglich ver
wendet zur Mehrwertsrate von 200 pZt. oder mit achtzehnstündige®
Arbeitstag, produziert nur eine Mehrwertsmasse von 200 Taler
oder 12 X 100 Arbeitsstunden. Und sein gesamtes Wertprodukt
Aequivalent des vorgeschossenen variablen Kapitals plus Mehr
wert kann tagaus, tagein niemals die Summe von 400 Talern ode!
24 X 100 Arbeitsstunden erreichen. Eine Verminderung de
variablen Kapitals kann also durch eine Steigerung der Rate de®
Mehrwertes, oder, was dasselbe besagt, eine Verminderung der zahl
der beschäftigten Arbeiter kann durch eine Vermehrung de®
Grades ihrer Ausbeutung nur wetigemacht werden innerhalb de
physiologischen Schranken des Arbeitstages, also auch der Mehr
arbeit, die er in sich schließt.
Dies handgreifliche zweite Gesetz ist wichtig zur Erklärußß
vieler komplizierter Erscheinungen. Wir wissen bereits, daß d#*
Kapital bestrebt ist, eine möglichst große Masse Mehrwert zu pI”
duzieren. Wir werden später sehen, daß es gleichzeitig strebt, seine?
variablen Teil oder die Zahl der Arbeiter, die es exploitiert, IP
Verhältnis zur Ausdehnung seines Unternehmens, so viel als imme
möglich zu reduzieren. Diese Tendenzen geraten in Widerspru®
zueinander, sobald die Verringerung des einen der beiden Faktore®
die die Masse des Mehrwertes bestimmen, nicht mehr durch Ye”
größerung des andern wettgemacht werden kann.
Ein drittes Gesetz ergibt sich aus der Bestimmung der Mas®
des produzierten Mehrwertes durch die zwei Faktoren, Rate d®
Mehrwertes und Größe des vorgeschossenen variablen Kapital®
Da der Wert nichts ist als realisierte Arbeit, so hängt offenbar die
Masse des Wertes, die ein Kapitalist produzieren lassen kann, 2“
schließlich von der Menge Arbeit ab, die er in Bewegung setzt. gr
kann mit der gleichen Zahl Arbeiter mehr oder weniger Arbeit in
Bewegung setzen, je nach der größeren oder geringeren Länge de?
Arbeitstages. Aber den Wert der Arbeitskraft und die Rate
Mehrwertes, mit andern Worten die Dauer des Arbeitstages Wrd
seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit gegeben, WiT
die Gesamtmasse des Wertes, eingeschlossen den Mehrwert, die ei
Kapitalist realisiert, ausschließlich durch die Zahl der Arbeiter be
stimmt, die er exploitiert, und diese Menge hängt wieder von de
Größe des variablen Kapitals ab, das er vorschießt. g
Bei gegebener Rate des Mehrwertes und gegebenem Werte der
Arbeitskraft verhalten sich also die Massen des produzierten Mehr"
wertes direkt wie die Größen der vorgeschossenen variablen Kap
tale. Nun weiß man aber, daß der Kapitalist sein Kapital in ZW
Teile teilt, Einen Teil legt er aus in Produktionsmitteln. Dies %
der konstante Teil seines Kapitals. Den andern Teil setzt er um }
lebendige Arbeitskraft. Dieser Teil bildet sein variables Kap
Auf Basis derselben Produktionsweise findet in verschiedenen Dr
duktionszweigen verschiedene Teilung des Kapitals in konstant®