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Vierter Abschnit
Jene uraltertümlichen, kleinen indischen Gemeinwesen zu
Beispiel, die zum Teil noch fortexistieren, beruhen auf gemeinschaft
lichem Besitz des Grund und Bodens, auf unmittelbarer Verbindu®
von Agrikultur und Handwerk und auf einer festen Teilung der Arbeit
die bei Anlage neuer Gemeinwesen als gegebener Plan und Grund
riß dient. Sie bilden sich selbst genügende Produktionsganze, der
Produktionsgebiet von 100 bis auf einige 1000 Acres wechselt. Dr
Hauptmasse der Produkte wird für den unmittelbaren Selbstbedz!
der Gemeinde produziert, nicht als Ware, und die Produktion gelb?
ist daher unabhängig von der durch Warenaustausch vermittelt?”
Teilung der Arbeit im großen und ganzen der indischen Gesellschtt
Nur der Ueberschuß der Produkte verwandelt sich in Ware, zu
Teil selbst wieder erst in der Hand des Staates, dem ein hestimmt®
Quantum seit undenklichen Zeiten als Naturalrente zufließt. ver
schiedene Teile Indiens besitzen verschiedene Formen des Gem
wesens. In der einfachsten Form bebaut die Gemeinde das La
gemeinschaftlich und verteilt seine Produkte unter ihre Glied?
während jede Familie Spinnen, Weben usw. als häusliches Nebe
gewerbe treibt. Neben dieser gleichartig beschäftigten Masse find?
wir den „Haupteinwohner“, Richter, Polizei und Steuereinnehme A
einer Person; den Buchhalter, der die Rechnung über den Ackerb”
führt und alles darauf Bezügliche katastriert und registriert; ein?
dritten Beamten, der Verbrecher verfolgt und fremde Reisend® w
schützt und von einem Dorf zum andern geleitet; den GrenzmaP
der die Grenzen der Gemeinde gegen die Nachbargemeinden A
wacht; den. Wasseraufseher, der das Wasser aus den gemeine
lichen Wasserbehältern zu Ackerbauzwecken verteilt; den Br
manen, der die Funktionen des religiösen Kultus verrichtet; %
Schulmeister, der die Gemeindekinder im Sand schreiben und Mn
iehrt; den Kalenderbrahmanen, der als Astrolog die Zeiten für Son
Ernte und die guten und bösen Stunden für alle besonderen A
bauarbeiten angibt; einen Schmied und einen Zimmermann, well,
alle Ackerbauwerkzeuge verfertigen und ausbessern; den TOP
der alle Gefäße für das Dorf macht; den Barbier, den Wäsche“ ed
die Reinigung der Kleider, den Silberschmied, hier und da tn
Poeten, der in einigen Gemeinden den Silberschmied, in ande!? T%
Schulmeister ersetzt. Dies Dutzend Personen wird auf Koste? ige
ganzen Gemeinde erhalten. Wächst die Bevölkerung, so wird A
neue Gemeinde nach dem Muster der alten auf unbebautem BO u
angesiedelt. Der Gemeindemechanismus zeigt planmäßige Teil
mehr entwickelt sich die Arbeitsteilung im Innern der Werkstatt, und %
50 mehr ist sie der Autorität eines einzelnen unterworfen. Demnach + de
die Autorität in der Werkstatt und die in der Gesellschaft in bezuß af er
Arbeitsteilung im umgekehrten Verhältnis zueinander.“ (Karl Weed
an PElo sub le one Paris 1847“, p. 130, 181.) [Vgl. „DIS Ad?
euts: i
Stuttgart 1892, Ss; 120.1] ch von E, Bernstein und K, Kautsky, %
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