Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Dreizehntes Kapitel. 
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ufügt,“* Durch die ganze Manufakturperiode läuft daher die 
Klage über den Disziplinmangel der Arbeiter.® Und hätten wir 
licht die Zeugnisse gleichzeitiger Schriftsteller, die einfachen Tat- 
Sachen, daß es vom 16. Jahrhundert bis zur Epoche der großen 
Industrie dem Kapital mißlingt, sich der ganzen verfügbaren Arbeits- 
zeit der Manufakturarbeiter zu bemächtigen, daß die Manufakturen 
kurzlebig sind und mit der Ein- oder Auswanderung der Arbeiter 
Ihren Sitz in dem einen Land verlassen und in dem andern auf- 
Schlagen, würden Bibliotheken sprechen. „Ordnung muß auf die 
ine oder die andere Weise gestiftet werden“, ruft 1770 der wieder- 
holt zitierte Verfasser des „Essay on Trade and Commerce“, Ord- 
Ang, hallt es 66 Jahre später zurück aus dem Munde des Dr. Andrew 
Ure, „Ordnung“ fehlte in der auf „dem scholastischen Dogma der 
Teilung der Arbeit“ beruhenden Manufaktur, und „Arkwright schuf 
die Ordnung“. 
. Zugleich konnte die Manufaktur die gesellschaftliche Produk- 
ton weder in ihrem ganzen Umfang ergreifen noch in ihrer Tiefe 
UMwälzen. Sie gipfelte als ökonomisches Kunstwerk auf der breiten 
Basis des städtischen Handwerks und der ländlich-häuslichen 
Industrie. Ihre eigene enge technische Grundlage trat auf einem 
Re wissen Entwicklungsgrad mit den von ihr selbst geschaffenen 
"öduktionsbedürfnissen in Widerspruch. 
Ki Eins ihrer vollendetsten Gebilde war die Werkstatt zur Produk- 
(N der Arbeitsinstrumente selbst, und namentlich auch der bereits 
weS wandten komplizierteren mechanischen Apparate. „Eine solche 
Srkstatt“, sagt Ure, „bot dem Auge die Teilung der Arbeit in ihren 
ähnigfachen Abstufungen. Bohrer, Meißel, Drechselbank hatten 
de ihre eigenen Arbeiter, hierarchisch gegliedert nach dem Grad 
nn Geschicklichkeit.“ Dies Produkt der manufakturmäßigen 
du ung der Arbeit produzierte seinerseits — Maschinen. Sie heben 
Sch handwerksmäßige Tätigkeit als das regelnde Prinzip der gesell- 
4 altlichen Produktion auf. So wird einerseits der technische Grund 
T lebenslangen Fesselung des Arbeiters an eine Teilfunktion weg- 
der dumt, Anderseits fallen die Schranken, welche dasselbe Prinzip 
* Herrschaft des Kapitals noch auferlegte. 
Maschinerie und große Industrie. 
1 1. Entwicklung der Maschinerie. 
Ami Stuart Mill sagt in seinen „Prinzipien der politischen Oeko- 
Er " : „Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen 
Zngen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens er- 
- . 
8 Pre: „Philosophy of Manufacture“, p. 20. 
id meh as im Text Gesagte gilt viel mehr für England als für Frankreich 
Tr für Frankreich als Holland.
	        
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