Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Dreizehntes Kapitel. 
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Virkerstuhl strickt mit vielen tausend Nadeln auf einmal usw. Die 
Anzahl der Werkzeuge, womit dieselbe Werkzeugmaschine gleich- 
©itig spielt, ist von vornherein befreit von der organischen Schranke, 
jurch das Handwerkszeug eines Arbeiters beengt wird. 
An vielem Handwerkszeug besitzt der Unterschied zwischen dem 
Menschen als bloßer Triebkraft und als Arbeiter, der die eigentliche 
Handarbeit ausführt, eine sinnlich besonderie Existenz. Zum Beispiel 
deim Spinnrad wirkt der Fuß nur als Triebkraft, während die Hand, 
lie an der Spindel arbeitet, zupft und dreht, die eigentliche Spinn- 
”Peration. verrichtet. Gerade diesen letzten Teil des Handwerks- 
Nstruments ergreift die industrielle Revolution zuerst und überläßt 
dem Menschen, neben der neuen Arbeit die Maschine mit seinem 
Auge zu überwachen und ihre Irrtümer mit seiner Hand zu ver- 
Jessern, zunächst noch die rein mechanische Rolle der Triebkraft. 
Werkzeuge dagegen, auf die der Mensch von vornherein nur als 
Unfache Triebkraft wirkt, wie zum Beispiel beim Drehen der Kurbel 
ner Mühle,*? bei Pumpen, beim Auf- und Abbewegen der Arme 
nes Blasebalgs, beim Stoßen eines Mörsers usw., rufen zwar zuerst 
die Anwendung von Tieren, Wasser, Wind® als Bewegungskräften 
%rvor, Sie recken sich, teilweise innerhalb, vereinzelt schon lange 
'0r der Manufakturperiode zu Maschinen, aber sie revolutionieren 
lie Produktionsweise nicht. Daß sie selbst in ihrer handwerks- 
Näßigen Form bereits Maschinen sind, zeigt sich in der Periode der 
sen Industrie. Die Pumpen zum Beispiel, womit die Holländer 
' 36/87 den See von Harlem auspumpten, waren nach dem Prinzip 
SSWöhnlicher Pumpen konstruiert, nur daß riesenhafte Dampf- 
Naschinen statt der Menschenhände ihre Kolben trieben. Der ge- 
"öhnliche und sehr unvollkommene Blasebalg des Grobschmieds 
"rd noch zuweilen in England durch bloße Verbindung seines Armes 
Wit einer Dampfmaschine in eine mechanische Luftpumpe verwan- 
let. Die Dampfmaschine selbst, wie sie Ende des 17. Jahrhunderts 
Yährend der Manufakturperiode erfunden ward und bis zum Anfang 
® Moses von Aegypten sagt: „Du sollst dem Ochsen, der drischt, nicht 
as Maul verbinde ’ Die sürletiich germanischen Philanthropen legten 
„S®gen dem Leibeigenen, den sie als Triebkrait zum Mahlen verwandten, 
a große hölzerne Scheibe um den Hals, damit er kein Mehl mit der 
“d zum Mund bringen könne. . . 
So .* Teils Mangel an lebendigem Wassergefäll, teils Kampf gegen 
Qu tigen Wasserüberfluß zwangen die Holländer zur Anwendung des Windes 
di Triebkraft. Die Windmühle selbst erhielten sie aus Deutschland, wo 
in Erfindung einen artigen Kampf zwischen Adel, Pfafifen und Kaiser 
ai rief, wem denn von den drei der Wind „gehöre“. | Luft macht eigen; 
hen ©8 in Deutschland, während der Wind Holland frei machte. Was er 
für Sigen machte, war nicht der Holländer, sondern der Grund und Boden 
kr den Holländer. Noch 1836 wurden 12 000 Windmühlen von 6000 Pferde- 
kt In Holland verwandt, um zwei Dritteile des Landes vor Rückverwand- 
& in Morast zu schützen.
	        
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