Dreizehntes Kapitel.
319
Virkerstuhl strickt mit vielen tausend Nadeln auf einmal usw. Die
Anzahl der Werkzeuge, womit dieselbe Werkzeugmaschine gleich-
©itig spielt, ist von vornherein befreit von der organischen Schranke,
jurch das Handwerkszeug eines Arbeiters beengt wird.
An vielem Handwerkszeug besitzt der Unterschied zwischen dem
Menschen als bloßer Triebkraft und als Arbeiter, der die eigentliche
Handarbeit ausführt, eine sinnlich besonderie Existenz. Zum Beispiel
deim Spinnrad wirkt der Fuß nur als Triebkraft, während die Hand,
lie an der Spindel arbeitet, zupft und dreht, die eigentliche Spinn-
”Peration. verrichtet. Gerade diesen letzten Teil des Handwerks-
Nstruments ergreift die industrielle Revolution zuerst und überläßt
dem Menschen, neben der neuen Arbeit die Maschine mit seinem
Auge zu überwachen und ihre Irrtümer mit seiner Hand zu ver-
Jessern, zunächst noch die rein mechanische Rolle der Triebkraft.
Werkzeuge dagegen, auf die der Mensch von vornherein nur als
Unfache Triebkraft wirkt, wie zum Beispiel beim Drehen der Kurbel
ner Mühle,*? bei Pumpen, beim Auf- und Abbewegen der Arme
nes Blasebalgs, beim Stoßen eines Mörsers usw., rufen zwar zuerst
die Anwendung von Tieren, Wasser, Wind® als Bewegungskräften
%rvor, Sie recken sich, teilweise innerhalb, vereinzelt schon lange
'0r der Manufakturperiode zu Maschinen, aber sie revolutionieren
lie Produktionsweise nicht. Daß sie selbst in ihrer handwerks-
Näßigen Form bereits Maschinen sind, zeigt sich in der Periode der
sen Industrie. Die Pumpen zum Beispiel, womit die Holländer
' 36/87 den See von Harlem auspumpten, waren nach dem Prinzip
SSWöhnlicher Pumpen konstruiert, nur daß riesenhafte Dampf-
Naschinen statt der Menschenhände ihre Kolben trieben. Der ge-
"öhnliche und sehr unvollkommene Blasebalg des Grobschmieds
"rd noch zuweilen in England durch bloße Verbindung seines Armes
Wit einer Dampfmaschine in eine mechanische Luftpumpe verwan-
let. Die Dampfmaschine selbst, wie sie Ende des 17. Jahrhunderts
Yährend der Manufakturperiode erfunden ward und bis zum Anfang
® Moses von Aegypten sagt: „Du sollst dem Ochsen, der drischt, nicht
as Maul verbinde ’ Die sürletiich germanischen Philanthropen legten
„S®gen dem Leibeigenen, den sie als Triebkrait zum Mahlen verwandten,
a große hölzerne Scheibe um den Hals, damit er kein Mehl mit der
“d zum Mund bringen könne. . .
So .* Teils Mangel an lebendigem Wassergefäll, teils Kampf gegen
Qu tigen Wasserüberfluß zwangen die Holländer zur Anwendung des Windes
di Triebkraft. Die Windmühle selbst erhielten sie aus Deutschland, wo
in Erfindung einen artigen Kampf zwischen Adel, Pfafifen und Kaiser
ai rief, wem denn von den drei der Wind „gehöre“. | Luft macht eigen;
hen ©8 in Deutschland, während der Wind Holland frei machte. Was er
für Sigen machte, war nicht der Holländer, sondern der Grund und Boden
kr den Holländer. Noch 1836 wurden 12 000 Windmühlen von 6000 Pferde-
kt In Holland verwandt, um zwei Dritteile des Landes vor Rückverwand-
& in Morast zu schützen.