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Vierter Abschnitt
eine zusammenhängende Reihe verschiedener Stufenprozesse durch
läuft, die von einer Kette verschiedenartiger, aber einander N
gänzender Werkzeugmaschinen ausgeführt werden. Hier erschei
die der Manufaktur eigentümliche Kooperation durch Teilung de
Arbeit wieder, aber jetzt als Kombination von Teilarbeitsmaschinel-
Die spezifischen Werkzeuge der verschiedenen Teilarbeiter, in de!
Wollmanufaktur zum Beispiel der Wollschläger, Wollkämmer, Woll
scherer, Wollspinner usw., verwandeln sich jetzt in die Werkzeug®
spezifizierter Arbeitsmaschinen, von denen jede ein besonder®
Organ für eine besondere Funktion im System des kombinierteP
Werkzeugmechanismus bildet. Die Manufaktur selbst liefert dem
Maschinensystem in den Zweigen, worin es zuerst eingeführt wirds
im großen und ganzen die naturwüchsige Grundlage der Teilurß
und daher der Organisation des Produktionsprozesses.!* Indes
sofort ein wesentlicher Unterschied ein. In der Manufaktur müsse
Arbeiter, vereinzelt oder in Gruppen, jeden besonderen Teilproze
mit ihrem Handwerkszeug ausführen. Wird der Arbeiter dem
Prozeß angeeignet, so ist aber auch vorher der Prozeß dem Arbeiter
angepaßt. Dies subjektive Prinzip der Teilung fällt weg für die
maschinenartige Produktion. Der Gesamtprozeß wird hier objekti“
an und für sich betrachtet, in die ihn bildenden Phasen zerlegt
und das Problem, jeden Teilprozeß auszuführen und die verschied®
nen Teilprozesse zu verbinden, durch technische Anwendung der
Mechanik, Chemie usw. gelöst,!*? wobei natürlich nach wie vor di®
11 Vor der Epoche der großen Industrie war die Wollmanufaktur die
herrschende Manufaktur Englands. In ihr wurden daher während de!
ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die meisten Experimente gemacht. Der
Baumwolle, deren mechanische Verarbeitung minder mühevolle Vor
bereitungen erfordert, kamen die an der Schafwolle gemachten Erfahrung“
zugute, wie später umgekehrt die mechanische Wollindustrie sich auf Gruß
lage der mechanischen Baumwollspinnerei und -weberei entwickelt. Einzelp®
Elemente der Wollmanufaktur sind erst seit den letzten Jahrzehnten deP
Fabriksystem einverleibt worden, zum Beispiel das Wollkämmen. „Die Ar
wendung mechanischer Kraft auf den Vorgang des Wollkämmens ... 0
seit der Einführung der „Kämmaschine“, besonders der Listerschen, 9
weitem Umfang geschieht . . . hatte unzweifelhaft die Arbeitslosigkeit eine
großen Zahl von Arbeitern zur Folge. Wolle wurde früher im Handbetrieb
gekämmt, meist in der Hütte des Wollkämmers. Sie wird Run ganz allgemein
in der Fabrik gekämmt, und Handarbeit ist aun überflüssig gewordeß
nit Ausnahme einiger besonderer Verfahrensarten, bei denen handgekämmt®
Wolle noch vorgezogen wird. Viele von den Handkämmern fanden in de
Fabriken Arbeit; aber das Produkt des Handkämmers ist im Vergleich zu
dem der Maschine so gering, daß eine sehr große Zahl von Kämmern ar-
DO geblieben ist.“ („Reports of Insp. of Fact. for 31st October 1859“
) 102 „Das Prinzip des Fabriksystems besteht darin, daß die Verteilung
oder Abstufung der Arbeit unter die einzelnen Handwerker ersetzt wir
durch die Zergliederung des Arbeitsprozesses in seine wesentlichen B*
standteile. (Ure: „Philosophy of Manufacture‘, p. 20.)