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Vierter Abschnitl
Die große Industrie zerriß den Schleier, der den Menschen ihre”
eigenen gesellschaftlichen Produkltionsprozeß versteckte und di
verschiedenen naturwüchsig besonderten Produktionszweige gegel
einander und sogar dem in jedem Zweige Eingeweihten zu Rätsel
machte. Ihr Prinzip, jeden Produktionsprozeß, an und für sich und
zunächst ohne alle Rücksicht auf die menschliche Hand, in seir‘
konstituierenden Elemente aufzulösen, schuf die ganz modern“
Wissenschaft der Technologie. Die buntscheckigen, scheinbar zT
sammenhangslosen und verknöcherten Gestalten des gesellschaft
lichen Produktionsprozesses lösten sich auf in bewußt planmäßig‘
und je nach dem bezweckten Nutzeffekt systematisch besondert‘
Anwendungen der Naturwissenschaft,
Die Technologie entdeckte ebenso die wenigen großen Grund
formen der Bewegung, worin alles produktive Tun des menschlich®
Körpers, trotz aller Mannigfaltigkeit der angewandten Instrument
notwendig vorgeht, ganz so wie die Mechanik durch die größte Ko"
plikation der Maschinerie sich über die beständige Wiederholum®
der einfachen mechanischen Potenzen nicht täuschen läßt.
Die moderne Industrie betrachtet und behandelt die vorhandeP®
Form eines Produktionsprozesses nie als endgültig. Ihre technisch‘
Basis ist daher revolutionär, während die aller früheren Produktiov®
weisen wesentlich konservativ war.*® Durch Maschinerie, chemisch“
Prozesse und andere Methoden wälzt sie beständig mit der tech
nischen Grundlage der Produktion die Funktionen der Arbeiter und
die gesellschaftlichen Kombinationen des Arbeitsprozesses um. Sie
revolutioniert damit ebenso beständig die Teilung der Arbeit i®
Innern der Gesellschaft und schleudert unaufhörlich Kapitalmass®
und Arbeitermassen aus einem Produktionszweig in den andern.
Die Natur der großen Industrie bedingt daher Wechsel d
Arbeit, Fluß der Funktion, allseitige Beweglichkeit des Arbeiter®
Anderseits reproduziert sie in ihrer kapitalistischen Form die all
Teilung der Arbeit mit ihren verknöcherten Besonderheiten. Ma?
hat gesehen, wie dieser absolute Widerspruch alle Ruhe, Festigkeit
506 „Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinst!*
mente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlich?
Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. Unveränderte Beibehalturf
der alten Produktionsweise war dagegen die erste Existenzbedingung alle!
früheren industriellen Klassen, Die fortwährende Umwälzung der Produk
tion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zuständ®
die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnen die Bourgeoisepoche vr
allen früheren aus. Alle festen, eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gr
folge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgel0®
alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständig
und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Mensch&
sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellungen, ihre gegenseitigen Be
ziehungen mit nüchternen Augen anzusehen.“ (F. Engels und Karl Mar:
„Manifest der Kommunistischen Partei. London 1848“, S, 5.) [Ausgabe de
„Vorwärts“, 7. Auflage, S. 25 ff.7