Fünfter Abschnitt
2. Zunehmende Intensität und Produktivkraft der Arbeit mil
gleichzeitiger Verkürzung des Arbeitstages,
Gesteigerte Produktivkraft der Arbeit und ihre wachsend®
Intensität wirken nach der gleichen Seite hin gleichförmig. Beid®
vermehren die in jedem Zeitabschnitt erzielte Produktenmass®
Beide verkürzen also den Teil des Arbeitstages, den der Arbeite!
zur Produktion seiner Lebensmittel oder ihres Aequivalents braucht
Die absolute Minimalgrenze des Arbeitstages wird überhaupt 8”
bildet durch diesen seinen notwendigen, aber verkürzbaren Bestand
teil. Schrumpfte darauf der ganze Arbeitstag zusammen, so ver
schwände die Mehrarbeit, was unter dem Regime des Kapitals
möglich. Die Beseitigung der kapitalistischen Produktionsform €"
laubt, den Arbeitstag auf die notwendige Arbeit zu beschränke”
Jedoch würde die letztere, unter sonst gleichbleibenden Umständel
Ihren Raum ausdehnen. Einerseits, weil die Lebensbedingungen det
Arbeiters reicher und seine Lebensansprüche größer würden. Ande
seits würde ein Teil der jetzigen Mehrarbeit zur notwendigen Arbei
zählen, nämlich die Arbeit, die nötig wäre zur Erzielung eines gesell
schaftlichen Reserve- und Akkumulationsfonds [eines Vorrats voh
Produktions- und Lebensmitteln, der gestattet, die Produktion X
arweitern und etwaige Schäden und Unglücksfälle auszugleichen]:
Je mehr die Produktivkraft der Arbeit wächst, um so mehr kam)
der Arbeitstag verkürzt werden, und je mehr der Arbeitstag ver
kürzt wird, desto mehr kann die Intensität der Arbeit wachsen. CC“
sellschaftlich betrachtet, wächst die Produktivität der Arbeit au®
parlamentarischen ‚Untersuchungsausschüssen 1814/15) hervorgehoben”
Rückgang der Löhne bewirkten, werden von der Arbeiterklasse außer
zewöhnliche Anstrengungen gemacht, die für die betreffenden Individv®
sehr verdienstlich sind und sicherlich das Wachstum des Kapitals törde?
Aber kein Menschenfreund wird wünschen, sie fortwährend und une?
geschränkt geübt zu sehen. Sie sind höchst bewunderungswürdig als Ze
weiliges Auskunftismittel; wenn sie aber fortwährend geübt würde»; ge
würden ähnliche Folgen eintreten, wie wenn die Bevölkerung eines La
bis zu den äußersten Grenzen ihres Nahrungsspielraumes angewacht,
wäre.“ (Malthus: „Inquiry into the Nature and Progress of Rent. LonE%,
1815“, p. 48 n.) Es macht Malthus alle Ehre, daß er den Ton legt auf aß
auch an anderer Stelle in seiner Schrift direkt besprochene Verlänger”%
des Arbeitstages, während Ricardo und andere, im Angesicht der schreie?,
sten Tatsachen, die konstante Größe des Arbeitstages allen ihren Une,
suchungen ‚zugrunde legten. Aber die konservativen Interessen, dern
Knecht Malthus war, hinderten ihn, zu sehen, daß die maßlose Verlänger®
des Arbeitstages, zugleich mit außerordentlicher Entwicklung der MaschiP®
und der Ausbeutung der Weiber- und Kinderarbeit, einen großen Teil gi
Arbeiterklasse „überzählig“ machen mußte, namentlich sobald die Kr
Nachfrage und das englische Monopol des Weltmarktes aufhörten. E® die
natürlich weit bequemer und den Interessen der herrschenden KlasseD op
Maltbus echt pfäffisch verhimmelt, viel entsprechender, diese „U%1u
rölkerung“ aus den ewigen Gesetzen der Natur, als aus den nur historl®
Naturgesetzen der kapitalistischen Produktion zu erklären.