Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Sechster Abschnif 
dingen. 2. Der individuelle Unterschied in den Arbeitslöhnen ve! 
schiedener Arbeiter, welche dieselbe Funktion verrichten. Diese 
individuellen Unterschied findet man, aber ohne Anlaß zu Illusionel 
auch im System der Sklaverei, wo frank und frei, ohne Schnörke 
die Arbeitskraft selbst verkauft wird. Nur fällt der Vorteil ein 
Arbeitskraft, die über dem Durchschnitt, oder der Nachteil eine 
Arbeitskraft, die unter dem Durchschnitt steht, im Sklavensyste® 
dem Sklaveneigner zu, im System der Lohnarbeit dem Arbeit# 
selbst, weil seine Arbeitskraft in dem einen Fall von ihm selbst, 9 
dem andern von einer dritten Person verkauft wird. 
Uebrigens gilt von der Erscheinungsform, „Wert und Preis d# 
Arbeit“ oder „Arbeitslohn“, im Unterschied zum wesentlichen Ve 
hältnis, welches erscheint, dem Wert und Preis der Arbeitskraß 
dasselbe, was von allen Erscheinungsformen und ihrem verborgen? 
Hintergrund. Die ersteren reproduzieren sich unmittelbar spont# 
[von selbst] als gang und gäbe Denkformen, der andere muß dur” 
die Wissenschaft erst entdeckt werden. Die klassische politisch? 
Oekonomie stößt annähernd auf den wahren Sachverhalt, ohne im 
jedoch bewußt zu formulieren. Sie kann das nicht, solange sie w 
ihrer bürgerlichen Haut steckt. 
Achtzehntes Kapitel. 
Der Zeitlohn. 
Der Arbeitslohn nimmt selbst wieder sehr mannigfaltige Form® 
an, ein Umstand, nicht erkennbar aus den ökonomischen Le 
büchern, die in ihrer brutalen Interessiertheit für den Stoff jede” 
Formunterschied vernachlässigen. Eine Darstellung aller dies 
Formen gehört jedoch in die spezielle Lehre von der Lohnarb#” 
also nicht in dieses Werk. Dagegen sind die zwei herrschend® 
Grundformen hier kurz zu entwickeln. % 
Der Verkauf der Arbeitskraft findet, wie man sich erinne 
stets für bestimmte Zeitperioden statt. Die verwandelte For 
worin der Tageswert, Wochenwert usw. der Arbeitskraft sich ef 
mittelbar darstellt, ist daher die des „Zeitlohnes“, also Tag® 
lohn usw. el 
Es ist nun zunächst zu bemerken, daß die im fünfzehnten Kapi 
dargestellten Gesetze über den Größenwechsel von Preis der Arbie 
kraft und Mehrwert sich durch einfache Formveränderung in Fr 
setze des Arbeitslohnes verwandeln, Ebenso erscheint der Une 
schied zwischen dem Tauschwert der Arbeitskraft und der Mas, 
der Lebensmittel, worin sich dieser Wert umsetzt, jetzt als U 
schied von nominellem und reellem Arbeitslohn. Es wäre nutZ 
in der Erscheinungsform zu wiederholen, was in der wesentlich @ 
Form bereits entwickelt. Wir beschränken uns daher auf wenl$ 
den Zeitlohn charakterisierende Punkte.
	        
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