Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Achtzehntes Kapitel. 
479 
Die Geldsumme,* die der Arbeiter für seine Tagesarbeit, 
Wochenarbeit usw. erhält, bildet den Betrag seines nominellen oder 
lem Wert nach geschätzten Arbeitslohnes. Es ist aber klar, daß 
16 nach der Länge des Arbeitstages, also je nach der täglich 
on ihm gelieferten Quantität Arbeit, derselbe Tageslohn, Wochen- 
Ohn usw. einen sehr verschiedenen Preis der Arbeit, das heißt sehr 
’erschiedene Geldsummen für dasselbe Quantum Arbeit darstellen 
tann.sı Man muß also bei dem Zeitlohn wieder unterscheiden 
Wischen Gesamtbetrag des Arbeitslohnes, Tageslohnes, Wochen- 
lhnes usw. und Preis der Arbeit. Wie nun diesen Preis finden, 
las heißt den Geldwert eines gegebenen Quantums Arbeit? Der 
Turchschnittliche Preis der Arbeit ergibt sich, indem man den durch- 
“hnittlichen Tageswert der Arbeitskraft durch die Stundenzahl des 
Aurchschnittlichen Arbeitstages dividiert. Ist zum Beispiel der Tages- 
Wert der Arbeitskraft 3 Shilling, das Wertprodukt von 6 Arbeits- 
Stunden, und ist der Arbeitstag zwölifstündig, so ist der Preis einer 
Arbeitsstunde — 3 Shilling Spa — 3 Pence. Der so gefundene Preis der 
Arbeitsstunde dient als Einheitsmaß für den Preis der Arbeit. 
Es folgt daher, daß der Tageslohn, Wochenlohn usw. derselbe 
Meiben kann, obgleich der Preis der Arbeit fortwährend sinkt. War 
um Beispiel der gewohnheitsmäßige Arbeitstag 10 Stunden und der 
Tageswert der Arbeitskraft 3 Shilling, so betrug der Preis der 
Atbeitsstunde 8%/, Pence; er sinkt auf 3 Pence, sobald der Arbeitstag 
12 Stunden, und auf 2?/, Pence, sobald der Arbeitstag zu 15 Stun- 
in steigt. Tages- oder Wochenlohn bleiben trotzdem unverändert. 
jesSekehrt kann der Tageslohn oder Wochenlohn steigen, obgleich 
3 Preis der Arbeit konstant bleibt oder selbst sinkt. War zum 
Au Piel der Arbeitstag zehnstündig und ist der Tageswert der 
ADeitskraft 3 Shilling, so der Preis einer Arbeitsstunde 3*%/, Pence. 
Tbeitet der Arbeiter infolge zunehmender Beschäftigung und bei 
Peichbleibendem Preise der Arbeit 12 Stunden, so steigt sein Tages- 
AU nun auf 3 Shilling 7!/, Pence ohne Variation im Preise der 
„beit, Dasselbe Resultat könnte herauskommen, wenn statt der 
Xtensiven Größe der Arbeit ihre intensive Größe zunähme.?? Steigen 
© Der Geldwert selbst wird hier immer als konstant vorausgesetzt. 
% Der Preis der Arbeit ist die Summe, die für eine bestimmte Arbeits- 
inge gezahlt wird.“ (Sir Edward West: „Price of Corn and Wages of 
abour, London 1826“, p. 67.) West ist der Verfasser der in der Geschichte 
is Politischen Oekonomie epochemachenden anonymen Schrift: „Essay on 
t Application of Capital to Land. By a Fellow of the University College 
Oxford, London 1815.“ - . weit 
der „., »Der Arbeitslohn hängt ab von dem Preis der A und der enge 
ni Seleisteten Arbeit. . . .‘ Eine Erhöhung des Arbeits 0 nes be eutet nOoC 
acht mit Notwendigkeit eine Steigerung des Preises der Arbeit. Bei längerer 
T*beitszeit und größerer Anstrengung kann der Arbeitslohn beträchtlich 
"steigert werden, während der Preis der Arbeit dach derselbe bleibt.“
	        
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