Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

2) 
Sechster Abschnitt 
des nominellen Tages- oder Wochenlohnes mag daher begleitet seil 
von gleichbleibendem oder sinkendem Preis der Arbeit. Dasselbe 
gilt von der Einnahme der Arbeiterfamilie, sobald das vom Familie? 
haupt gelieferte Arbeitsquantum durch die Arbeit der Familie 
glieder vermehrt wird. Es gibt also von der Schmälerung d# 
nominellen Tages- oder Wochenlohnes unabhängige Methoden ZU 
Herabsetzung des Preises der Arbeit.%® 
Als allgemeines Gesetz aber folgt: Ist die Quantität der Tage 
Wochenarbeit usw. gegeben, so hängt der Tages- oder Wochenlol® 
vom Preise der Arbeit ab, der selbst varliert, entweder mit de® 
Werte der Arbeitskraft oder den Abweichungen ihres Preises v® 
ihrem Werte. Ist dagegen der Preis der Arbeit gegeben, so häng! 
der Tages- oder Wochenlohn von der Quantität der Tages- ode 
Wochenarbeit ab. 
Die Maßeinheit des Zeitlohnes, der Preis der Arbeitsstunde 
gibt sich, wenn man den Tageswert der Arbeitskraft dividiert dur® 
die Stundenzahl des gewohnheitsmäßigen Arbeitstages. Gesetzt, 16” 
'erer beirage 12 Stunden, der Tageswert der Arbeitskraft 3 Shillif 
das Wertprodukt von 6 Arbeitsstunden. Der Preis der Arbeitsstunf 
ist unter diesen Umständen 83 Pence, ihr Wertprodukt 6 Pen“ 
Wird der Arbeiter nun weniger als 12 Stunden täglich (oder wenig? 
als 6 Tage in der Woche) beschäftigt, zum Beispiel nur 6 oder 8 Str 
den, so erhält er, bei diesem Preise der Arbeit, nur 2 oder 1! Sb 
ling Tagelohn. Da er nach der Voraussetzung im Durchschr” 
5 Stunden täglich arbeiten muß, um nur einen dem Werte sein? 
Arbeitskraft entsprechenden Tagelohn zu produzieren, da er no 
derselben Voraussetzung von jeder Stunde nur.die Hälfte für gi 
selbst, die andere Hälfte aber für den Kapitalisten arbeitet, so ist © 
klar, daß er das Wertprodukt von 6 Stunden nicht herausschlag” 
kann, wenn er weniger als 12 Stunden beschäftigt wird. Sah P® 
(West: „Price of Corn and Wages of Labour. London 1826“, p. 67, 68, u 
Die Hauptfrage: Wie wird der „Preis der Arbeit“ bestimmt? fertigt W 
übrigens mit banalen Redensarten ab. 1 
% Dies fühlt der fanatischste Vertreter der industriellen Bourge0®, 
Jes 18, Jahrhunderts, der oft von uns zitierte Verfasser des „Essay on Tr 
and Commerce“ richtig heraus, obgleich er die Sache konfus darstellt: Ze 
ist die Menge der Arbeit und nicht ihr Preis (er versteht darunter & 
aominellen Tages- oder auch Wochenlohn), die durch den Preis der Leb® 
mittel bestimmt wird. Wird der Preis der Lebensmittel stark herabges“ 
30 natürlich auch im Verhältnis die Menge der Arbeit. ... Die Fabrik 
wissen, daß es verschiedene Methoden gibt, den Preis der Arbeit zu b® de 
öder zu senken, außer dem, seinen nominellen Betrag zu ändern.“ (In Fi 
arwähnten Schrift, S. 48, 61.) In seinen „Three Lectures on the RatO 
Wages. London 1830“, worin N. W. Senior Wests Schrift benutzt, obu® ie 
anzuführen, sagt er unter anderm: „Der Arbeiter ist hauptsächlich 42 pt 
Höhe des Arbeitslohnes interessiert.“ . (S. 14.) Also der Arbeiter ist h# FC 
sächlich interessiert an dem, was er erhält, dem nominellen Betrag 
Lohnes, nicht an dem, was er gibt, der Quantität der Arbeit!
	        
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