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Infolge der unrentablen Preise wurde im Jahre 1928 die Schweinehaltung, wie die
nachstehende Übersicht zeigt, wieder stark eingeschränkt, und zwar in Ostpreußen
erheblich stärker als im übrigen Preußen, nämlich um 17,1 % gegen 12,9 %.
Schweinebestand in Ostpreußen und Preußen
191313
1925
1926
Ostpreußen
Schweine insgesamt |
darunter Jungschweine
Preußen?)
Schweine insgesamt | 15460293 | 10969519 | 13 2838 168
JarunterJungschweine | 9152 693 6 399 354 | 8122 280
1) Jetziger Gebietsumfang. ?) Preußen ohne Saargebiet
{
19927
1 409 657
830 871
15 820 467
9 732 576
19928
1169 154]
682 665
PS 781 3821
8 401 540
1 Abnahme
1928
gegenüber
1913
in 9%
11,8
86
10,9
738
Von besonderer Bedeutung ist die Schweinehaltung für die bäuerlichen Wirt
schaften, wie aus folgender Übersicht hervorgeht:
Betriebsgröße
unter 0,5
0,5— 2
2 — 5
ö — 20
20 —100
100 —200
über 206
Schweinebestand
nach der Betriebsstatistik
vom 16. Juni 1925
Stück
%
134 903
57 186
66 671
184 232
180 990
36 177
99 259
17,7
7,5
8,8
24,8
28,8
4,8
154
zusammen | 759518 | 100,0
Nur 18% des Schweinebestandes also befanden sich in Händen des größeren
Besitzes über 100 ha. Die bäuerlichen Betriebe von 2—100 ha nahmen rund 57 %
für sich in Anspruch, während auf die Zwergbetriebe unter 2 ha noch ein Anteil
von 25 %, also ein Viertel des gesamten ostpreußischen Schweinebestandes entfiel.
Insgesamt sind es somit über 80 % des Schweinebestandes, welche sich in den
Händen des bäuerlichen Besitzes befinden.
In der Vorkriegszeit bestanden in Ostpreußen drei Schweinezüchtervereini-
gungen, welche sich mit der Zucht des deutschen Edelschweines und des deutschen
veredelten Landschweines beschäftigten. Ihr Einfluß auf die Hebung der Landes-
schweinezucht blieb verhältnismäßig gering. Es wurde damals ein gesundes, frucht-
bares, aber wenig frühreifes und schwer zu fütterndes Schwein produziert, das
erst mit 12 Monaten schlachtreif war. Die züchterischen Bestrebungen und
Arbeiten wurden durch den Krieg unterbrochen, z. T. durch den Russeneinfall ver-
nichtet. In der Nachkriegszeit trat als Folge einer Geschmacksveränderung im
Fleischverbrauch eine Wandlung im Zuchtziel ein. Man bevorzugt heute das
leichte fleischige Schwein von 200—250 Pfund, das im Preise höher steht als das
beste Fettschwein, während es vor dem Kriege um 1—2 RM. hinter letzterem
zurückblieb.
Enquete-Ausschuß, II. Band 8.