Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Zweiundzwanzigstes Kapitel. 
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Nr, I, also Konsequenz jenes ersten Verhältnisses; sofern jede ein- 
zelne Transaktion fortwährend dem Gesetz des Warenaustausches 
entspricht, der Kapitalist stets die Arbeitskraft kauft, der Arbeiter 
sie stets verkauft, und wir wollen annehmen selbst zu ihrem wirk- 
lichen Wert, schlägt offenbar das auf Warenproduktion und Waren« 
Zirkulation beruhende Gesetz der Aneignung oder Gesetz des Privat- 
eigentums durch seine eigene, innere, unvermeidliche Dialektik in 
sein direktes Gegenteil um. Der Austausch von Aequivalenten, der 
als die ursprüngliche Operation erschien, hat sich so gedreht, daß 
dur zum Schein ausgetauscht wird, indem erstens der gegen Arbeits- 
kraft ausgetauschte Kapitalteil selbst nur ein Teil des ohne Aequi- 
valent angeeigneten fremden Arbeitsprodukts ist, und zweitens von 
Seinem Produzenten, dem Arbeiter, nicht nur ersetzt, sondern mit 
leuem Mehrprodukt ersetzt werden muß. Das Verhältnis des Aus- 
:ausches zwischen Kapitalist und Arbeiter wird also nur ein dem 
Zirkulationsprozeß angehöriger Schein, bloße Form, die dem Inhalt 
zelbst fremd ist und ihn nur mystifiziert. Der beständige Kauf und 
Verkauf der Arbeitskraft ist die Form. Der Inhalt ist, daß der 
Kapitalist einen Teil der bereits vergegenständlichten fremden Ar- 
deit, die er sich unaufhörlich ohne Aequivalent aneignet, stets wieder 
Segen größeres Quantum lebendiger fremder Arbeit umsetzt. Ur- 
$prünglich erschien uns das Eigentumsrecht gegründet auf eigene 
Arbeit. Wenigstens mußte diese Annahme gelten, da sich nur gleich- 
derechtigte Warenbesitzer gegenüberstehen, das Mittel zur Aneig- 
dung fremder Ware aber nur die Veräußerung der eigenen Ware, 
Md letztere nur durch Arbeit herstellbar ist. Eigentum erscheint 
'etzt, auf Seite des Kapitalisten, als das Recht, fremde unbezahlte 
Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters, als Unmöglichkeit, 
Sch sein eigenes Produkt anzueignen. . Die Scheidung zwischen 
Sigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Ge- 
Setzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging.?? 
Die kapitalistische Methode der Bereicherung scheint also den 
Asprünglichen Gesetzen der Warenproduktion direkt ins Gesicht 
%U schlagen, trotzdem entspringt sie keineswegs aus der Ver- 
letzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze. 
Um sich darüber klar zu werden, genügt es, einen Rückblick auf die 
“ander folgenden Phasen der Bewegung zu werfen, die zur 
Akkumulation des Kapitals führt: 
_ Zuerst haben wir gesehen, daß die ursprüngliche Verwandlung 
ner Wertsumme in Kapital sich durchaus gemäß den Gesetzen des 
2% Das Eigentum des Kapitalisten an dem fremden Arbeitsprodukt „ist 
renge Konsequenz des Gesetzes der Aneignung, dessen Fundamental- 
rinzip umgekehrt der ausschließliche Eigentumstitel jedes Arbeiters am 
Produkt seiner eigenen Arbeit war“. (Cherbuliez: „Riche ou Pauvre. Paris 
(8414, pP. 58, wo jedoch dieser dialektische Umschlag nicht richtig ent- 
Wickelt wird.)
	        
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