Full text : Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dreiundzwanzigstes Kapitel.

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eine vom absoluten Wachstum der Bevölkerung unabhängige Vermehrung
 von. Arbeitern. Sie wird geschaffen durch den einfachen
Prozeß, der einen Teil der Arbeiter beständig „freisetzt“, durch
Methoden, welche die Anzahl der beschäftigten Arbeiter im Verhältnis
 zur vermehrten Produktion vermindern. Die ganze Bewegungsform
 der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen
 Verwandlung eines Teiles der Arbeiterbevölkerung in
ünbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit
der politischen Oekonomie zeigt sich unter anderm darin, daß sie
die Ausdehnung und Einschränkung des Kredits, das bloße
Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren
Ursache macht. Ganz wie Himmelskörper, einmal in eine bestimmte
 Bewegung geschleudert, dieselbe stets wiederholen, so
die gesellschaftliche Produktion, sobald sie einmal in jene Be-Wwegung
 wechselnder Ausdehnung und Zusammenziehung geworfen
it. Wirkungen werden ihrerseits zu Ursachen und die Wechselfälle
 des ganzen Prozesses, der seine eigenen Bedingungen stets
teproduziert, nehmen die Form der Periodizität an. Erst in der
Zeit, als die mechanische Industrie so tiefe Wurzeln geschlagen
hatte, daß sie auf die nationale Produktion einen überwiegenden
Einfluß übte; als durch sie der Außenhandel begann, den Innendandel
 zu‘ überholen; als der Weltmarkt sich ungeheure Gebiete
N Amerika, Asien, Australien erschloß; als endlich die industriellen
Nationen, die in den Wettkampf miteinander eintraten, zahlreich
Senug geworden waren — erst seitdem traten jene immer wiederkehrenden
 Zyklen auf, deren aufeinanderfolgende Phasen Jahre
Imfassen und die immer zu einer allgemeinen Krise führen, die
nen Zyklus abschließt und einen neuen beginnt. Bisher umfaßte
%in solcher Zyklus in der Regel zehn bis elf Jahre. Aber wir haben
keine Ursache, die Zahl für unabänderlich zu halten. Im Gegenteil
 geben uns die hier entwickelten Gesetze des Kapitalismus
Grund, anzunehmen, diese Zahl sei veränderlich und werde sich
Almählich verkleinern.

Ist die Periodizität des Krisenzyklus einmal fest begründet, so
begreift selbst die politische Oekonomie die Produktion einer relativen,
 das heißt mit Bezug auf das mittlere Verwertungsbedürfnis
des Kapitals überschüssigen Bevölkerung als Lebensbedingung der
Nodernen Industrie.

„Gesetzt“, sagt H. Merivale, früher Professor der politischen
Oekonomie zu Oxford, später Beamter des englischen Kolonial-Ministeriums,
 „gesetzt, bei Gelegenheit einer Krise raffe die Nation
Sich zu einer Kraftanstrengung auf, um durch Auswanderung einige
N 000 überflüssige Arme los zu werden, was würde die Folge sein?
x aß bei der ersten Wiederkehr der Arbeitsnachfrage ein Mangel
serhanden wäre. Wie rasch immer die Reproduktion von Menschen
x IN mag, sie braucht jedenfalls den Zwischenraum einer Generation
Um Ersatz erwachsener Arbeiter. Nun hängen die Profite unserer
            
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