Metadata: Die Kaufkraft des Geldes

30 
III. Kapitel. 
Aktiva 
Passiva 
Goldreserven 
Versprechen 
$ 100,000 Schuldig Deponent A 
$ 50,000 Schuldig Deponent B 
$ 9,000 
I 11,000 
Schuldig den früheren Depo 
nenten 
Schuldig den neuen Deponenten, 
d. h. den Entleihern 
$ 80,000 
$ 50,000 
$ 150,000 
$ 150,000 
In diesem Falle ereignete sich folgendes: es wurde Gold im Austausch 
gegen ein Zahlungsversprechen geliehen, und dieses Zahlungsversprechen 
wurde gegen ein Recht, Gold vermittelst Schecks zu erheben, ausgewechselt. 
Das Gold hat sich also tatsächlich nicht gerührt; die Bank empfing jedoch 
ein Zahlungsversprechen und der Deponent die Befugnis, auf sie zu ziehen. 
Offenbar würde auch dasselbe Resultat herbeigeführt worden sein, wenn jeder 
Entlehner einfach sein Zahlungsversprechen übergeben und dagegen ein Recht, 
zu ziehen, empfangen hätte. Da dieses Verfahren Anfänger im Bankstudium 
sehr oft verwirrt, wiederholen wir die Tabellen, welche die Sachlage vor und 
nach diesen „Darlehen“ repräsentieren, d. h. diesen Austausch von Zah 
lungsversprechen gegen gegenwärtige Rechte, zu ziehen 1 ). 
Vor den Darleihungen 
Aktiva 
Passiva 
Gold-Reserven 
$ 100,000 Schuld an Deponenten $ 100,000 
Nach den Darleihungen 
.. $ 100,000 Schuld an Deponenten $ 150,000 
.. $ 50,000 
Gold-Reserven 
Versprechen . 
Es ist also klar, daß die Vermittlung des Geldes in diesem Falle eine 
unnötige Komplizierung bedeuten würde, obwohl sie zu einem theoretischen 
Verständnis der resultierenden Verschiebung von Rechten und Verbind 
lichkeiten beiträgt. Eine Bank kann also Depositen in Gold oder Depositen 
in notalen Zahlungsversprechen empfangen. Im Austausch gegen die 
Zahlungsversprechen kann sie entweder das Recht, auf sie zu ziehen, oder 
1 ) In letzter Analyse und abgesehen von ihrer Aufgabe der Sicherung des Kredits 
ist eine Bank tatsächlich eine Vermittlerin zwischen Entlehnem und Darleihern. Infolge 
davon, daß sie Entlehner und die letzten Darleiher zusammenbringt und den ersteren 
Darlehensgelder verschafft, welche sonst gar nicht existieren würden, hat das Bankwesen 
gleichzeitig die Tendenz, den Zinsfuß zu erniedrigen und den Vorrat an Kreditumlaufs- 
mittein zu erhöhen. Vgl. die Abhandlung von Harry G. Brown im Quarterly Journal of 
Economics, August 1910, über ,,Commercial Banking and the Rate of Interest“.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.