Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Erster Abschnitt. 
gleichgilt. Die Leinwand drückt also in der Tat ihr eigenes Wert- 
sein dadurch aus, daß der Rock unmittelbar mit ihr austauschbar 
ist. Die Aequivalentform einer Ware ist folglich die Form ihrer un- 
mittelbaren Austauschbarkeit mit anderer Ware. 
Wenn eine Warenart, wie Röcke, einer andern Warenart, wie 
Leinwand, zum Aequivalent dient, Röcke daher die charakteristische 
Eigenschaft erhalten, sich in unmittelbar austauschbarer Form mit 
Leinwand zu befinden, so ist damit in keiner Weise die Proportion 
gegeben, worin Röcke und Leinwand austauschbar sind. Sie hängt, 
da die Wertgröße der Leinwand gegeben ist, von der Wertgröße 
der Röcke ab. Ob der Rock als Aequivalent und die Leinwand als 
relativer Wert, oder umgekehrt die Leinwand als Aequivalent und 
der Rock als relativer Wert ausgedrückt sei, seine Wertgröße bleibt 
nach wie vor durch die zu seiner Produktion notwendige Arbeitszeit, 
also unabhängig von seiner Wertform bestimmt. Aber sobald die 
Warenart Rock im Wertausdruck die Stelle des Aequivalents ein- 
nimmt, erhält ihre Wertgröße keinen Ausdruck als Wertgröße. Sie 
figuriert in der Wertgleichung vielmehr nur als bestimmtes Quan- 
tum einer Sache. 
Zum Beispiel: 40 Ellen Leinwand sind „wert“ — was? 2 Röcke. 
Weil die Warenart Rock hier die Rolle des Aequivalents spielt, der 
Gebrauchswert Rock der Leinwand gegenüber als Wertkörper gilt, 
genügt auch ein bestimmtes Quantum Röcke, um ein bestimmtes 
Wertquantum Leinwand auszudrücken. Zwei Röcke können daher 
die Wertgröße von 40 Ellen Leinwand, aber sie können nie ihre 
eigene Wertgröße, die Wertgröße von Röcken, ausdrücken. Die 
oberflächliche Auffassung dieser Tatsache, daß das Aequivalent in 
der Wertgleichung stets nur die Form eines einfachen Quantums 
einer Sache, eines Gebrauchswertes, besitzt, hat Bailey, wie viele 
seiner Vorgänger und Nachfolger, verleitet, im Wertausdruck ein 
nur quantitatives Verhältnis zu sehen. Die Aequivalentform einer 
Ware enthält vielmehr keine quantitative Wertbestimmung. 
Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Aequiva- 
lentjorm auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungs 
form seines Gegenteils, des Wertes. 
Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. Aber, notabene, 
dies Quidproquo [diese Umstellung] ereignet sich für eine Ware B 
(Rock oder Weizen oder Eisen usw.) nur innerhalb des Wertverhält- 
nisses, worin eine beliebige andere Ware A (Leinwand usw.) zu ihr 
tritt, nur innerhalb dieser Beziehung. Da keine Ware sich auf sich 
selbst als Aequivalent beziehen, also auch nicht ihre eigene Natural- 
haut zum Ausdruck ihres eigenen Wertes machen kann, muß sie 
sich auf andere Ware als Aequivalent beziehen oder die Naturalhaut 
einer andern Ware zu ihrer eigenen Wertform machen. 
Dies veranschauliche uns das Beispiel eines Maßes, welches den 
Warenkörpern als Warenkörpern zukommt, das heißt als Gebrauchs- 
werten. Ein Zuckerhut, weil Körper, ist schwer und hat daher
	        
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