Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Vierundzwanzigstes Kapitel. 
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überladen zu machen. Der zerstörende Einfluß, den es auf die Lage 
der Lohnarbeiter selbst ausübt, geht uns hier jedoch weniger an 
als die durch es bedingte gewaltsame Expropriation des Bauern, 
des Handwerkers, kurz aller Bestandteile der kleinen Mittelklasse. 
Darüber bestehen keine zwei Meinungen, selbst nicht bei den 
bürgerlichen Oekonomen. Verstärkt wird seine exproprilierende 
Wirksamkeit noch durch das Protektionssystem [das System des 
„Schutzes der nationalen Arbeit“], das einer seiner wesentlichen 
Teile ist. 
Die auffallende Rolle des Staatsschulden- und modernen 
Steuersystems bei der Verwandlung des gesellschaftlichen Reich- 
tums in Kapital, der Expropriation selbständiger Produzenten und 
der Herunterdrückung der Lohnarbeiter hat manche Schriftsteller, 
wie Cobbett, Doubleday und andere verleitet, dort den Grund alles 
modernen Volkselends zu suchen. 
Das Protektionssystem war ein Kunstmittel, Fabrikanten zu 
{abrizieren, unabhängige Arbeiter zu expropriieren, die nationalen 
Produktions- und Lebensmittel zu kapitalisieren, den Uebergang 
aus der altertümlichen in die moderne Produktionsweise gewaltsam 
abzukürzen. Die europäischen Staaten rissen sich um das Patent 
dieser Erfindung, und einmal in den Dienst der Plusmacher ein- 
getreten, brandschatzten sie zu jenem Behuf nicht nur das eigene 
Volk, indirekt durch Schutzzölle, direkt durch Exportprämien usw. 
In den abhängigen Nebenlanden wurde alle Industrie gewaltsam 
ausgerodet, wie zum Beispiel die irische Wollmanufaktur durch 
England. Auf dem europäischen Kontinent ward nach Colberts 
Vorgang der Prozeß noch sehr vereinfacht. Das ursprüngliche 
Kapital des Industriellen fließt hier zum Teil direkt aus dem Staats- 
schatz. „Warum“, ruft Mirabeau, „so weit die Ursache des Manu- 
fakturglanzes Sachsens vor dem Siebenjährigen Kriege suchen gehen? 
180 Millionen Staatsschulden !‘“?44 
Kolonialsystem, Staatsschulden, Steuerwucht, Protektion, Han- 
delskriege usw., diese Sprößlinge der eigentlichen Manufaktur- 
periode, schwellen riesenhaft während der Kinderperiode der großen 
Industrie. Die Geburt der letzteren wird gefeiert durch den großen 
herodischen Kinderraub. Wie die königliche Flotte, rekrutieren sich 
die Fabriken vermittels des Pressens [der gewaltsamen Werbung]. 
So abgestumpit Sir F. M. Eden ist gegen die Greuel der Expropriation 
des Landvolkes von Grund und Boden seit dem letzten Drittel des 
15. Jahrhunderts bis zu seiner Zeit, dem Ende des 18. Jahrhunderts; 
So selbstgefällig er gratuliert zu diesem Prozeß, „notwendig“, um 
die kapitalistische Agrikultur und „das wahre Verhältnis von Acker- 
land und Viehweide herzustellen“, beweist er dagegen nicht dieselbe 
ökonomische Einsicht in die Notwendigkeit des Kinderraubes und 
244 Mirabeau: „De la Monarchie Prussienne. Londres 1788“, vol. VI, 
p. 101.
	        
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