Full text: Mexico

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Wirtschaftsgeschichtliche Skizze. 
schaften das ganze gegenwärtige Staatsgebiet unter spanischer 
Herrschaft nebst weiten Länderstrecken im Norden, die erst 
um die Mitte des 19. Jahrhunderts von Mexico losgetrennt 
worden sind. Durch die Spanier ist das Wirtschaftsleben Mexicos 
(Neuspaniens) mit einem Male wesentlich verändert worden, 
zugleich aber auch die gesamte staatliche Organisation. Anfangs 
freilich blieben die altindianischen ‚Staatseinrichtungen und 
Staatsoberhäupter unter spanischer ;Oberhoheit erhalten; aber 
bald hörte diese Scheinherrschaft /auf, und die unmittelbare 
spanische Verwaltung erstreckte sich nun über das ganze Land. 
Die Teilnehmer an den Eroberungszügen und andere einfluß- 
reiche Spanier, Laien wie Prälaten, erhielten große Länder- 
Striche zugewiesen (Encomiendas oder Repartimientos), deren 
Bewohner nun den neuen Herren fronpflichtig wurden. Sie 
wurden stark ausgenutzt, bis schließlich im 18. Jahrhundert 
diese Lehen nicht mehr erneuert wurden und so allmählich als 
solche aufhörten. Aber auch damit hatten. die Indianer noch 
keine wesentlich günstigere Stellung erlangt, denn sie blieben 
selbst nach den Reformen am Ende des 18. Jahrhunderts vor dem 
Gesetz in einer gewissen Unmündigkeit; sie lebten auf dem Land, 
von den Weißen getrennt, in besonderen Dörfern, in tiefster 
Unwissenheit, bearbeiteten gemeinsam das ihnen zugeteilte 
Land und waren im übrigen, durch Vorschüsse verpflichtet, die 
Arbeiter ihrer Herren in deren landwirtschaftlichen und berg- 
baulichen Unternehmungen. An den Segnungen der europäi- 
schen Zivilisation hatten sie kaum einen nennenswerten Anteil; 
wohl hatten sie von den Europäern manche der eingeführten 
Nutzpflanzen, Nutztiere und Geräte übernommen und. damit in 
mancher Hinsicht ihre Lebensweise etwas verbessert, aber ander- 
seits hatten sie auch manches Schlimme von den Europäern 
überkommen (Krankheiten, Branntwein) und ferner fast alles, 
was sie an höherer Kultur (Wissenschaft, Kunst, Technik) 
besessen hatten, allmählich eingebüßt, so daß ihr Kulturstand 
unter der spanischen Herrschaft viel tiefer stand als zuvor. Sie 
waren zwar dem Namen nach Christen geworden, pflegten aber 
zroßenteils heidnischen Glauben und heidnische Gebräuche 
Janeben weiter.
	        
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