Full text: Der Haushalt des Kaufmannsgehilfen

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gaben. Wir betonten bereits, daß die durchlaufenden Vorschüsse in dieser 
Summe nicht enthalten sind. Auch sagten wir bereits, daß der Betrag der 
neu für längere Zeit aufgenommenen Schulden diese Rückzahlungen über⸗ 
steigt, daß also die Verschuldung der Haushaltungen in der Erhebungszeit 
zugenommen hat. 
Eine auffallend hohe Durchschnittsausgabe für die Haushaltung fällt 
auf die Unter stützungen und Geschenke 1,87 v. H. der Aus⸗ 
gaben, oder 80,87 M jährlich. Es handelt sich bei diesen Zuwendungen 
unzweifelhaft um den Ausdruck der Notlage des Mittelstandes allgemein. 
Die Haushaltungsbücher zeigen nämlich, daß die hier verbuchten Beträge in 
sehr vielen Fällen dazu dienen, die Eltern und andere Verwandte, die in 
der Inflation ihr Hab und Gut verloren haben, zu unterstützen. Es liegen 
ferner Fälle vor, wo Zuwendungen » stellenlose Werwandte gemacht wurden. 
Ausdruͤcklich sei betont, daß in dieser Ausgabengruppe, zum Unterschied von 
früheren Erhebungen, Geschenke inner ha Ub der Haushaltung nicht ent— 
halten sind. Wohl aber wurden hier die Weihnachtsgeschenke an Freunde 
und Verwandte außerhalb der Familie verbucht. 
d)y In verschiedenen Einkommensstufen. 
Die verteilung der —A des Kausmanns 
gehilfen in v. h. der Rusgaben 
42 EINKOMMEN Bis 3.000 RM 
2* ⸗ 7-4000 * 
8* 4 SGSER VO0O0O 
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uNGS . RELEUCEHC. 
ASJ— QNSTIISGES 
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—— —— * 
— 
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—— 
Eine Betrachtung der Einkommensverwendung des Kaufmannsgehilfen 
in verschiedenen Einkommensstufen zeigt die charakter isst i sche 
Verschiebung der Bedürfnisse bei steigendem Ein⸗ 
kommen. Der shlechtgestellte Kaufmannsgehilfe muß für die unentbehr⸗ 
lichen Existenzbedürfnisse — Ernährung, Wohnung, Bekleidung, Heizung 
und Beleuchtung — fast sein ganzes Einkommen aufwenden. Wir konnten 
bereits darauf hinweisen, daß der Kaufmannsgehilfe, im Gegensatz zu anderen 
Berufsständen, auch die kulturellen Bedürfnisse z. T. für unentbehrlich an— 
sieht und deshalb sogar die genannten Existenzbedürfnisse hintansetzt, um 
kulturelle Aufwendungen machen zu können. Nur so ist es zu erklären, daß 
Kaufmannsgehilfen mit gleichem Einkommen wie Arbeiter weniger für Er—⸗ 
nährung und mehr für andere Bedürfnisse aufwenden. Wie verbalten sich
	        
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