Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Schwierigkeiten. Eine Reihe ungewöhnlicher und unabwendbarer
 Vorfälle, bei denen Politik und Geschäft
unlösbar miteinander verflochten waren, bewirkte
während mehr als eines Jahres die stetige Anforderung
 von Gold aus den Vorräten des Schatzamts, bis
tatsächlich die Vereinigten Staaten vor der Aufhebung
der Einlösungspflicht für Noten standen, Mit anderen
Worten, die Arbeit des Wiederaufbaus, der mühsam
errungenen Wiederherstellung des zur Zeit des Bürgerkriegs
 so tief gesunkenen Kredits, stand vor einem
völligen Zusammenbruch.
Diese Gefahr war nur verhältnismäßig wenigen
sichtbar. Auf der einen Seite sahen Morgan, August
Belmont und ein paar andere Bankiers sie kommen,
und auf der anderen Seite bemühten sich Präsident
Cleveland und die Beamten des Schatzamts ständig,
zu verhindern, daß die Goldvorräte des Schatzamts
sich gänzlich erschöpften, aber auch, daß die Öffentlichkeit
 den wahren Stand der Dinge erführe. Denn
die Eingeweihten waren sich klar darüber, daß die
schlimmste Panik eintreten würde, sobald in der
Öffentlichkeit Genaueres über die Lage bekannt würde.
Die Rettung der Regierung aus dieser gefährlichen
Situation wurde von Morgan persönlich ins Werk gesetzt
 und durchgeführt, und Präsident Cleveland hatte
sich im geheimen mit ihm über die näheren Umstände
dieser Rettung geeinigt. Der Lohn für beide war, daß
sie nachträglich von der radikalen Presse angegriffen
wurden, der eine als Verräter an seinem hohen Amt,
der andere als gewissenloser Erpresser. Warum diese
harten Worte? In gewissem Sinne sind sie verständlich,
 denn wenn man die Kritik von ihrer besten Seite
nimmt und ihr die ehrlichsten Beweggründe zugesteht
— die unehrlichsten waren Neid und Bosheit — dann
sieht man, daß die Öffentlichkeit glaubte, in einem

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