gemacht worden war, behielten die meisten doch ihr
Vertrauen zu ihm. Ein Kapitalist sagte einmal in Wall
Street zu einem Freund: „Nun, Morgan ist doch ein-
mal mit einem großen Unternehmen hereingefallen!”
„Nein“, sagte der andere, „Morgan ist nicht herein-
gefallen. Der Trust wird sich schon wieder erholen.
Die Verwirklichung des Projekts wurde gleich zu Be-
ginn von einer aus vollkommen heiterem Himmel kom-
menden Panik, die alle amerikanischen Industrien be-
troffen hat, beeinflußt. Das war aber nur ein vorüber-
gehender Rückschlag, warten Sie nur ab.”
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Doch dieser Geschäftsfreund sollte nicht recht be-
halten. Morgans wohl nicht nach den materiellen In-
teressen, aber nach Genialität des Planes größtes
Werk sollte ein Fehlschlag bleiben. Welches die tiefe-
ren Gründe dafür sind, daß sich die glückliche Hand des
Geldfürsten hier nicht bewährte, läßt sich schwer
sagen. Das rein Technische, die Finanzierung des Pro-
jektes, hatte Morgan wieder mit gewohnter Meister-
schaft durchgeführt, wenigstens die Vorbereitung bis
zur Abgabe der Aktien an das Publikum. Aber das
Risiko, auf den übernommenen Papieren sitzenzublei-
ben, läuft eben jedes Konsortium. Die beste Erklärung
für den Fehlschlag dürfte wohl die sein, daß die Zeit
für einen derartig umfassenden Wirtschaftskörper, wie
es der Schiffahrtstrust nach dem Willen seines Grün-
ders sein sollte, noch nicht reif war. Morgan war, wie
im vorigen Kapitel gezeigt wurde, während seiner gan-
zen Laufbahn ein Führer, der die Richtung der kom-
menden Entwicklung auf immer weitergehenden Zu-
sammenschluß hin richtig erkannt hatte und infolge-
dessen — seiner Zeit gewissermaßen etwas voraus-
eilend — in allen seinen Unternehmungen eine Treff-
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