linien zu leiten, so war das eine schwere Bedrohung
für die anderen Schiffahrtsgesellschaften. Diese mußten
sich also irgendwie mit den Amerikanern und ihren
Plänen auseinandersetzen, Die deutschen Gesellschaften
taten das auf gütlichem Wege und unter Voranstellung
der wirtschaftlichen Gesichtspunkte, die englischen
— soweit sie nicht von vornherein in den Trust
eingetreten waren — auf nicht gütlichem Wege und
mit der für England charakteristischen unlösbaren Verquickung
von Politik und Wirtschaft.
Es soll hierbei nicht etwa gesagt werden, daß die
politischen Gesichtspunkte bei dem Vorgehen der
deutschen Linien ganz ausgeschaltet waren. Sie wurden
besonders durch die große Anteilnahme des früheren
Kaisers Wilhelm IL. an der Entwicklung der deutschen
Schiffahrt und den bedeutenden Einfluß, den er
auf sie ausübte, gekennzeichnet. Der Direktor der
Hamburg-Amerika-Linie, Albert Ballin, hatte die von
Amerika drohende Gefahr rechtzeitig erkannt und
machte den Kaiser auf sie aufmerksam, Auf dessen
Wunsch arbeitete er eine Denkschrift über diese Frage
aus. Er legte in dieser Denkschrift zunächst dar, daß
durch die Bildung des Schiffahrtstrusts Amerika wenigstens
im nordatlantischen Verkehr der Tonnage nach
Deutschland bedeutend überflügelt hatte und England
bedenklich nahegerückt war, indem einem Tonnengehalt
der deutschen Handelsflotte von 390000 Registertonnen
und der englischen (soweit sie noch nicht
sich dem Trust angeschlossen hatte) von 439000 Registertonnen
der der amerikanischen (bezw. des Morganschen
Trusts) von 430000 Registertonnen gegenüberstand,
alles nur auf die im nordatlantischen Dienst
fahrenden Schiffe bezogen. Er fuhr dann fort:
„Zweifellos ist Morgan in seinen Maßnahmen von
der Zuversicht geleitet, daß es ihm gelingen wird, ein
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