Mit 12 Jahren war er ein starker, gut gewach-
sener Knabe, bald jedoch ließ seine Gesundheit nach,
er verlor seine starke Konstitution und mußte bestän-
dig unter der Aufsicht eines Arztes sein,
Nachdem seine Familie nach Boston umgezogen
war, besuchte er die English High School und verließ
sie nach bestandener Abgangsprüfung 1853. Das
nächste Jahr verbrachte er in Fayal auf den Azoren
und ging dann nach Europa, um seine Studien fort-
zusetzen. Er blieb ein Jahr in Vevey in der Schweiz
und studierte darauf vier Semester an der Universität
Göttingen, hauptsächlich Mathematik. Hier machte er
auch eine Schlammbäderkur durch, die sich gut be-
währte. Mit sehr gekräftigter Gesundheit verließ er
Göttingen, um in seines Vaters Bankhaus in London
einzutreten.
Eine Bemerkung, die sein Vater um diese Zeit über
ihn machte, ist von jemandem überliefert worden, der
den älteren Morgan sehr gut kannte und der in dieser
Bemerkung ein hübsches Beispiel für die vielen klei-
nen Ironien des Lebens sah. „Ich weiß um alles in der
Welt nicht‘, sagte Junius Spencer Morgan, „was ich
mit Pierpont machen soll.“ Diese Frage hat ihm schein-
bar wirklich unnötige Besorgnis verursacht, da sein
Sohn zunächst weder Fähigkeit noch Lust und Liebe
zu geschäftlicher Tätigkeit zeigte und wohl lieber die
Laufbahn eines stillen Stubengelehrten eingeschlagen
hätte. Auch war er besorgt wegen der heftigen und
sich oft gegen ihn wendenden Art seines Sohnes. Seine
Freunde versicherten ihm, daß man dagegen nichts
tun könne, die Art seines Sohnes, sich zu geben, sei
ihm angeboren und ein Teil seiner Natur, sie sei nicht
böse gemeint und man könne nicht Wachs aus Granit
machen.
Damals wurde der junge Mann in die technischen
IQ