Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

gen er unter diesen Umständen vor den Unter- 
suchungsausschüssen erschien. Halb verärgert, daß 
man es wagte, ihn zur Rede zu stellen, erteilte er doch 
halb belustigt Antworten auf alle Fragen — ein den 
Gesetzen gehorchender Staatsbürger. Und hierbei kam 
eben, wie oben gesagt, auch recht viel heraus, Roose- 
velt, der ihn demütigen wollte, lieferte Morgan ge- 
rade die Gelegenheit, die er selbst nie gesucht hatte, 
nämlich vor aller Welt darzustellen, wie hoch er 
stand, „was er wert war”, wie der charakteristische 
amerikanische Ausdruck lautet, nicht nur in ma- 
terieller, sondern auch in ideeller Beziehung. 
Pressefehden und gehässige Angriffe schlossen sich 
natürlich an seine Vernehmungen an. Er hatte zwar 
nie viel auf derartige Erscheinungen gegeben. Aber 
nun legte er endgültig die Geschäftsführung nieder und 
schiffte sich nach Europa ein. Er fuhr nach Italien, 
wo er sich schon. früher immer wohlgefühlt hatte, 
Doch er war schwer herzleidend und sollte seine Hei- 
mat nicht wiedersehen. Am 31. März 1913 starb er in 
Rom, wenige Tage vor seinem 76, Geburtstag, 
Nach dem amtlichen Bericht der Steuerbehörde 
hinterließ er 70 Millionen Dollar Vermögen und 9 Mil- 
lionen Dollar Schulden. Eine gewaltige Differenz gegen 
die oben genannten Zahlen von einer bezw. 10-Mil- 
Jliarden. Wie sie zu erklären ist, wird wohl nur Mor- 
gan allein und sein Sohn gewußt haben. Einen ge- 
wissen Schlüssel zu einer Erklärung findet man viel 
leicht, wenn man die weiter unten angegebenen Er- 
wägungen, warum er seine Gemäldesammlungen in 
London ließ, etwas überdenkt. 
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