Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

englischen Banken Lloyd’s, Barclay’s, Westminster 
und National Provincial durch die Vermittlung des 
Hauses Lazard Freres je eine Million Pfund Sterling 
zur Verfügung stellen sollten. 
Die Wirksamkeit der Frankenstützungsaktion 
scheint noch dadurch verzögert worden zu sein, daß 
Morgan, der ja auf die Hausse des Franken spekuliert 
hatte, seine zu billigem Kurs eingekauften Franken- 
bestände wieder auf den Markt warf; jedenfalls fiel 
der Kurs des Franken im Frühjahr 1924 weiter. Die 
Morgan-Anleihe, deren Betrag bald zu 30, bald zu 50 
und bald zu 100 Millionen Dollar angegeben wurde, 
ist dann in der Höhe von 200 Millionen Dollar erst im 
Sommer 1924 gewährt worden, und zwar nur auf drei 
Monate, Sie verschaffte, wie weiter unten gezeigt 
werden soll, Morgan noch ein weiteres Druckmittel bei 
der Londoner Konferenz, . 
Alle diese Maßnahmen waren selbst von fran- 
zösischer Seite nur als Atempause bezeichnet worden. 
Frankreich beabsichtigte anscheinend, die endgültige 
Stabilisierung aus eigener Kraft durchzuführen. Auch 
die Verlängerung des am 12. September 1924 fälligen 
Kredits durch Morgan auf weitere drei Monate — der 
englische Kredit wurde nicht verlängert — konnte die 
Abwärtsbewegung des Franken nicht aufhalten. Im 
Sommer 1926 war er weit unter die Hälfte des Tief- 
standes vom Frühjahr 1924 gefallen, Dann erklärte 
Wall Street, daß Frankreich seinen Franken aus 
eigener Kraft stabilisieren müsse, ehe es auf fremde 
Hilfe rechnen könne, Im Dezember 1926 hat Frank- 
reich das dann auch getan. 
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