11. Der Markt von Lübeck
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4es Lübecker Marktes, zunächst nur im Rahmen der vorliegenden Unter-
suchung lösbar, wollen gestellt werden in die Gesamtäußerungen des
wirtschaftlichen und sozialen Lebens der Stadt überhaupt. Diese Aufgabe
hoffe ich selbst zu lösen und damit die Biographie der kraftvollsten
deutschen Gründungsstadt zu geben. Vielleicht regen diese Studien zu
ähnlichen Untersuchungen bei andern Städten an, soweit das Quellen-
material es überhaupt zuläßt. Erst wenn eine Reihe solcher, ich möchte
sagen soziologischer Biographien vorliegt, wird die allgemeine Forschung
eine Geschichte des deutschen Stadtwesens zeichnen können, in der die
Gefahr irriger Bewertung vereinzelter, in sich zusammenhangloser Quellen-
stellen auf ein Mindestmaß zurückgeschraubt wird, und verwandte und
individuelle Züge der allgemeinen Entwicklung der deutschen Städte in
zleicher Weise zu ihrem Rechte kommen.
NACHWORT
Neuerscheinungen während des Drucks bestimmen mich, in diesem Nach-
wort auf die bisherige Aufnahme des „Marktes von Lübeck‘‘ in der Literatur
einzugehen. Es wird wohl als zutreffend gelten dürfen, wenn ich sie im all-
gemeinen als sehr freundlich bezeichne. Das gilt von den größeren Be-
sprechungen, die der Buchausgabe galten: Kötzschke, Hist. Zeitschrift,
Bd.127, S.298; Rehme, Zeitschrift der Savignystiftung, Germ. Abt., Bd.43,
S. 355; Strieder, Archiv f. Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 51,
S. 552; Techen, Hansische Geschichtsblätter, Jhrg. 1922, S. 242 ff.;
das gilt auch von der Benutzung des Buches in der rechts- und wirtschafts-
geschichtlichen Literatur, wobei ich in erster Linie die eindringliche Parallele
zwischen Lübeck und Köln nennen möchte, die K. Frölich in der Zeitschrift
des Vereins f. Lüb. Geschichte und Altertumskunde, Bd. 22 (nicht 23!),
S. 381ff. mit ungewöhnlicher Vertiefung in die von ihm herangezogene
Literatur gezeichnet hat.
Auch die Besprechung G. von Belows in der Vierteljahrsschrift f. Sozial-
und Wirtschaftsgeschichte, Bd. 18, S. 245, steht den Ergebnissen des Buches
im ganzen anerkennend gegenüber; nur ein, allerdings wesentlicher, Punkt
wird hier abgelehnt: das Unternehmerkonsortium. Diese Einwände von
Belows haben sich inzwischen wiederholt und eine verschiedene Begründung
erhalten. Ich habe sie eingehend nachgeprüft; sie haben mich aber nicht zu
einer Aufgabe meines bisherigen Standpunktes, der im übrigen bei gewiß
gründlichen Kennern mittelalterlicher Stadtgeschichte volle Zustimmung
gefunden hat, bestimmen können. Im Gegenteil. Die Nachprüfung hat zu
einer erneuten Festigung geführt; nicht nur das Unternehmerkonsortium
bestätigt, sondern sogar die Unternehmergilde, in deren Bekämpfung für