Object : Zur Entwicklung der Baumwollindustrie in Deutschland

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und  welches  ist  die  Entwicklungstendenz,  die  sich  darin  offenbart?
Zum  Handwerk  rechnen  wir  dabei  die  Betriebe  mit  höchstens  io  Personen, ­
  zu  den  kleinen  Fabriken  diejenigen  mit  11—50  Personen.  Da
die  „Nebenbetriebe 1 )“  von  der  Reichsstatistik  selbst  nur  nebensächlich
behandelt  werden  —  sie  werden  auch  nur  in  Allein-  und  Gehilfenbetriebe ­
  geschieden  —,  wollen  wir  nur  die  Hauptbetriebe  berücksichtigen. ­
  Die  Plausindustrie,  deren  Werkstätten  nicht  von  den  Handwerks- ­
  und  Fabrikbetrieben  getrennt  wurden,  wird  zwar  auch  nicht
nach  Größenklassen  klassifiziert,  wir  können  aber  rechnungsmäßig
mit  ziemlicher  Genauigkeit  herausfinden,  welche  Werkstätten  dem
Handwerk,  welche  den  kleinen  Fabriken  zuzurechnen  sind  —  hausindustrielle ­
  Großbetriebe  dürfte  es  kaum  geben 1  2 ).
Nach  diesen  Vorbemerkungen  schreiten  wir  zur  Statistik  selbst,
und  zwar  betrachten  wir  1.  die  Entwicklung  der  Baumwollspinnerei,
2.  die  der  Baumwollweberei  und  3.  die  der  Baumwollbleicherei,
-Färberei  etc.  Von  einer  Berücksichtigung  anderer  Zweige  der  Baumwollindustrie ­
  müssen  wir  absehen,  da  die  Reichsstatistik  bei  der
Häkelei  und  Stickerei,  der  Posamentenfabrikation,  der  Strickerei  und
Wirkerei,  der  Handschuhfabrikation  und  der  Spitzenverfertigung  keine
Unterscheidung  nach  den  verwandten  Rohstoffen  trifft.

I.  Baumwollspinnerei.
Bei  der  Gewerbezählung  am  1.  Dezember  1875  wurden  im  ganzen
1597  Betriebe  ermittelt.  Von  diesen  waren  1477  Hauptbetriebe  (mit
Einschluß  der  hausindustriellen  Werkstätten).  In  allen  Betrieben  zusammen ­
  waren  66675  Personen  (33385  Männer,  33290  Frauen)  beschäftigt. ­
  Die  Gliederung  der  Hauptbetriebe  nach  Betriebsformen
gestaltete  sich  folgendermaßen:  Die  Zahl  der  Handwerksbetriebe  betrug ­
  1081,  die  der  kleinen  Fabriken  138  und  die  der  Großbetriebe
258.  Wie  sich  die  Personenzahl  auf  diese  Größenklassen  verteilt,
entzieht  sich  leider  unserer  Kenntnis.  Die  258  fabrikmäßigen  Großbetriebe ­
  können  wir  noch  in  drei  Kategorien  zerlegen.  Es  entfielen
auf  die  Betriebe  mit  51  bis  200  Personen:  162  Betriebe
»  u  i)  201  ,,  1000  ,,  93  ft
„  „  „  „  über  1000  „  3

1)  „Betriebe,  in  denen  keine  Person  mit  ihrer  Hauptbeschäftigung  tätig  ist“  (Stat.
d.  Dtsch.  R.,  N.  F.,  Bd.  VI,  i.  Teil,  S.  24*).
2)  Ludwig  Sinzheimer,  Über  die  Grenzen  der  Weiterbildung  des  fabrikmäßigen
Großbetriebs  in  Deutschland.  Stuttgart  1893,  S.  40  u.  41.
            
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