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metik. Auch sie stand mit politischen Interessen in intimer Verbindung;
Petty fragt in allererster Linie, ob die Engländer Franzosen
und Holländern überlegen seien; Lavoisier macht seine berühmten
Berechnungen namentlich, um eine Grundlage für wirtschaftliche
Gesetzgebung zu schaffen. Der Doppelname „politische
Arithmetik“ ist somit eine recht treffende Zusammensetzung.
Um den Ursprung der Statistik zu verstehen, muß man ferner
eine dritte Quelle betrachten: die ersten Anläufe zur Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Diese Disziplin beschäftigte sich
ursprünglich mit anscheinend völlig unbedeutenden Spielaufgaben,
erhielt aber doch zuguterletzt eine ungemein große wissenschaftliche
und praktische Bedeutung. Es genügt, Namen wie Pascal und
FWermat zu erwähnen,
13. Kein geringerer als Aristoteles kann an der Spitze der
langen Reihe von Schriftstellern, die sich mit Statistik im ursprünglichen
Sinne des Wortes befaßt haben, aufgeführt werden. In seinen
leider zum größten Teil verloren gegangenen Politeiai behandelt er
sine große Anzahl von Staatsverfassungen einzeln der Reihe nach.
Er berücksichtigte sowohl die Entwicklungsgeschichte als auch den
tatsächlichen Zustand der beschriebenen Kleinstaaten, und er hatte
dabei nicht allein die politischen Verhältnisse der Nachbarstaaten
vor Augen, sondern auch die ganze Staatsverwaltung und Rechtspflege,
Wissenschaft und Kunst, Religion, Sitten und Gebräuche usw.,
alles in einer zusammenhängenden Darstellung, wie sie nur solch weitumspannendem
Geiste möglich war.
Diese Darstellung der Staatsverfassungen war mit Aristoteles’
berühmter Staatslehre innig verknüpft und war schon daher von
hoher Bedeutung. Und ganz natürlich mußte das blühende Staatsleben
Italiens zu Beginn der neueren Zeit zu ähnlichen Untersuchungen
und Beschreibungen anspornen. Zwei wohlbekannte
Namen können hier erwähnt werden: Francesco Sansovino
1521-—1586) schrieb sein Werk Del governo e amministrazione
di diversi regni e republiche (Venetia 1562 und verschiedene
spätere Ausgaben), und Giovanni Botero (1540—1617)
veröffentlichte im Jahre 1593 sein Hauptwerk auf diesem Gebiete,
Le relazioni universali, das ebenfalls zahlreiche Neuauflagen
erlebte.
Sansovino behandelt alles in allem 22 Staaten, hierunter das
alte Rom, Sparta und Athen, wie er auch ein Kapitel auf die „Utopia“
verwendet. In der Darstellung seiner Zeit scheint er aufs eifrigste