Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

431

Mann, Frau, verheiratet, unverheiratet oder ehemals verheiratet,
Personen eines gewissen Alters oder eines gewissen Berufes, Personen,
 welche lebensversichert sind usw. Da nun der Bestand an
[ndividuen, welcher sich zu einem gegebenen Zeitpunkt vorfindet,
im allgemeinen mit der Zeit Veränderungen hinsichtlich der Größe
und Zusammensetzung dadurch unterworfen ist, daß Individuen aus
der Bevölkerung ausscheiden („austreten“) oder daß neue hinzutreten
‚„eintreten“), so ist eine der wichtigsten Aufgaben der Bevölkerungsstatistik
 die, zu untersuchen und zu beschreiben, worin diese Veränderungen
 bestehen, in welcher Weise sie voneinander abhängen
 und wie schnell sie verlaufen („statistische Bewegungslehre“).
 Die Einteilungen der „Bevölkerung“, zu denen
man hierbei veranlaßt werden kann, können je nach der Art der
Bevölkerung höchst verschieden sein; aber welche Bevölkerung man
nun auch betrachtet, allen ist dies gemein, daß Individuen eintreten,
eine gewisse Zeit in der Bevölkerung verbleiben und danach ausscheiden,
 so daß eine große Menge von Aufgaben von anscheinend
höchst verschiedener Art Betrachtungen unterzogen werden können,
lie sich zuguterletzt als genau dieselben erweisen.

2S4. Betrachten wir bis auf weiteres als das Nächstliegende
die menschliche Bevölkerung eines ganzen Landes (Staates), dann
ist der Zu- und Abgang durch die Zahl der Geburten und Sterbefälle,
 sowie durch das Ausmaß der Wanderungen über die Landeszrenzen
 bestimmt. Wenn die Volkszahl zu Anfang und Schluß
irgend einer Periode jeweils F, und F} ist und in derselben Periode
F Geburten und d Sterbefälle eintreffen, ferner £ Personen einund
 w% Personen auswandern, dann ist

Fn— Fa= ff — d—+i -— u

Die Differenz f— d heißt Geburtenüberschuß (natürlicher
Bevölkerungszuwachs) und die Differenz i— u Wanderungsüberschuß;
 beide Differenzen können natürlich jede für sich
negativ werden. Sehr oft wird die Größe des Geburtenüberschusses
im wesentlichen dafür entscheidend sein, wie schnell die Volkszahl
wächst; aber die Ein- und Auswanderung kann im übrigen mit sich
führen, daß sich die Volkszahl in verschiedenen Ländern in ganz
verschiedener Weise verändert, wie es z. B. aus folgenden anaähernden
 Zahlen (in Tausenden) für die Bevölkerungen Dänemarks.
Frankreichs und Irlands hervorgeht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.