Full text : Grundzüge der Theorie der Statistik

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Mangels an Fabriken usw. schätzt er die tatsächliche Bevölkerung
nur auf ein Drittel jener möglichen.
Ein großer Teil des Werkes wird von der Bevölkerungspolitik
 eingenommen. Nach dieser soll sich der Regent, um sein
Land volkreich, glücklich, mächtig und reich zu machen, bemühen,
die Zahl der Eheschließungen und die eheliche Fruchtbarkeit zu vergrößern,
 die Eingeborenen im Lande zu halten und Fremde hereinzulocken
 — also die gewöhnliche merkantilistische Bevölkerungspolitik
 zu treiben. Er behandelt auch die alten römischen Agrargesetze,
 untersucht den Nutzen der Fabriken, die Schädlichkeit des
Luxus usw. Von einer statistischen Behandlung dieser Fragen ist
aber kaum zu reden.
Süßmilch beschäftigt sich selbstverständlich ausführlich mit der
Sterblichkeitsstatistik. Was die Todesursachen anbetrifft,
so hatte er hierfür im wesentlichen nur die Londoner Listen zur Verfügung
 und zur Beurteilung des Einflusses des Alters auf die Todesursachen
 überhaupt kein Material,
Süßmilchs Sterbetafel hat seinerzeit eine bedeutende Rolle
gespielt, wenn sie auch sehr unvollkommen war; diese Unvollkommenheit
 erklärt sich teilweise aus seiner Auffassung der Sterblichkeit,
 die typisch ist und sich überall geltend macht. Süßmilch
geht zuerst darauf aus, eine Tafel für die Landbevölkerung und für
ausgelesene Personen zu berechnen. Er berechnet z. B. eine Sterbetafel,
 indem er bloß für ein brandenburgisches Kirchspiel die
Todesfälle nach dem Alter der Verstorbenen gruppiert; die Bevölkerung
 scheint übrigens keineswegs stationär gewesen zu sein, und die
erwähnte Berechnung ist somit nicht zu verantworten. Daß 1072
Todesfälle auf 1437 Getaufte fallen, erhöht das Gefühl der Unsicherheit.
 Eine andere Tafel gilt 10 brandenburgischen Kirchspielen mit
4—5mal so vielen Sterbefällen. Ferner benutzt er 2 Tabellen über
Sterbefälle in Schweden, die eine für „6 gute Provinzen“, die zweite
für „andere epidemische Provinzen“. Aus diesen 4 Tafeln berechnet
Süßmilch den Durchschnitt: Wenn z. B. unter 1000 Todesfällen jeweils
49, 59, 100 und 104 auf das 2. Lebensjahr fallen, nimmt er ganz
einfach 78 als Zahl der auf dieses Alter kommenden Sterbefälle an.
Diese Tafel nun wird für das 20. und die höheren Altersjahre durch
3 Deparcieuxsche Tafeln für Benediktinermönche, Nonnen und Tontinenmitglieder
 ergänzt. In den Tafeln für Mönche und Nonnen
wird die Verteilung von 523 Todesfällen angegeben, in den auf Tontinen
 bezüglichen von 537. während nach den 4 deutschen und
            
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