Object: Wirtschaftlichkeitslehre

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methode unterrichtet werden; man zeigt ihm, welche Nachteile bei 
Wiederholung des Fehlers für das Werk, aber auch für ihn selbst, 
entstehen können (Kündigung wegen geringeren Ertrages). Aber 
nan zeigt auch, daß er die Zeit, die er dem Unternehmen ver- 
nietet hat, nicht beliebig verwenden darf, daß das Material ein ihm 
anvertrautes Gut ist, mit dem sparsam und sorgfältig umzugehen 
seine Ehrenpflicht ist. Man zeigt ferner, welch großer Schaden nicht 
nur aus einem groben Fehler, sondern auch aus zahlreichen kleinen 
Tehlern entstehen. In drastischen Filmbildern wird dargetan, wie 
3in Kugellager, weil man vergaß, es zu Ölen, durchbrannte oder wie 
lie schlechte Aufsicht über eine Maschine zu großem Materialverlust 
nd zu Unfällen führt, wie nachteilig auf die Arbeit nutzloses Herum- 
aufen (um Briefe und Belege zu holen, statt das Telephon zu be- 
1ützen) wirkt und um wieviel rascher dadurch — die Schuhe ab- 
zenützt werden, wie das Plaudern während der Arbeit an der 
Maschine leicht Unfälle zur Folge hat, wie das Schwätzen bei der 
Ausgabe der Werkzeuge, ihr unordentliches Weglegen nach getaner 
Arbeit namhafte Zeitverluste bewirkt u. a. m. 
In anderer arbeitspsychologisch wertvoller Richtung sind jene 
Fachleute tätig, welche, wie z. B. Ing. Arnhold vom »Institut für 
:echnische Arbeitsschulung« (Düsseldorf) die fachgemäße Aus- 
und Fortbildung der Arbeiter im Betriebe und für denselben, im Auge 
haben. Die Arbeiter werden, psychotechnisch ausgewählt, in Lehr- 
werkstätten herangebildet und dazu angehalten, die Arbeit mit dem 
Geiste zu durchdringen. Man will sie zu schaffens- und lebensfrohen 
Menschen erziehen, denen die Arbeit nicht Last ist, sondern Freude 
bereitet. Aus der Lehrwerkstätte, die zwei Jahrgänge umfaßt, gelangen 
die jugendlichen Arbeiter in die Betriebswerkstätte, legen dann die 
Gesellenprüfung ab und sind hierauf volle Facharbeiter. Unterrichts- 
gegenstände sind: technologische Fachkunde, Mathematik, Zeichnen 
und Konstruieren, Turnen und Sport, Gemeinschafts- und Bürger- 
kunde; außerdem werden Handfertigkeit, Steuern von Kraftwagen u. a. 
gelehrt. Fremde Werke werden besucht, Wanderungen durch die 
Lande, in kameradschaftlichem Geiste, Seefahrten auf deutschen 
Meeren treten ergänzend hinzu. Diese neuartigen Lehrstätten sind 
schon in vielen großen Werken des Westens eingerichtet, aber auch 
im Bauhandwerk durchgeführt. Der Nachwuchs soll so vorgeschult 
werden, daß der Arbeiter die Arbeit mit Verständnis und Liebe voll- 
führen kann, daß er sich als Mitarbeiter an einem großen Werke
	        
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