V orwort
Die vorliegende Abhandlung verfolgt den Zweck, eine zusammen
fassende Darstellung von den Vorgängen und Entwicklungen während
des Krieges auf bank- und finanzwirtschaftlichem Gebiete in Frank
reich zu geben. Zweifellos werden viele der Ansicht sein, es gehöre großer
Mut dazu, schon heute mit dem Entwurf einer Arbeit über ein recht
weitschichtiges und schwieriges Problem vor die Öffentlichkeit zu treten.
Sie wall auch nur ein erster Entwurf, ein Versuch sein, und als Entschuldi
gung für mein Beginnen möge gelten, daß ein Thema von so großem Inter
esse eine summarische Darstellung einfach erfordert.
Im wesentlichen erstrecken sich die Ausführungen auf das fran
zösische Moratorium als primäre und nachwirkendste Erscheinung,
auf eine Zeichnung von der ebenso vielseitigen wie ungemein bedeut
samen Kriegsarbeit der Bank von Frankreich, sowie auf die Pariser
Börse und die Kreditinstitute. Hieran schließen sich Ausführungen über
Entwicklung und Lage der Staatsfinanzen an.
Das Schwergewicht liegt in der verbindenden, und wie ich hoffe,
auch getreulichen Darstellung aller Tatsachen, die in jenen Gebieten
seit Ausbruch des Krieges bis August 1916 zum Vorschein gelangten.
Daher entstanden bald nach Beginn der Bearbeitung größere Schwierig
keiten, als sie von vornherein vermutet waren. Sie hatten ihre Ursachen
namentlich in den vorliegenden, mehr oder minder tendenziös gefärbten
in- und ausländischen Quellen, die mit Sorgfalt, verschärfter Aufmerk
samkeit und rein objektivem Sinn zu sichten, prüfen und zu verarbeiten
waren. Nur hierdurch konnten die Prinzipien der möglichsten Vollständig
keit in der Aufzählung von Tatsachen und Exaktheit der Ausführungen
gewahrt bleiben. Für immerhin noch vorhandene Lücken sprechen eine
Reihe von Faktoren. So vermögen nur schwer alle Einwirkungen des
Krieges auf Bankwelt und Staatshaushalt jetzt in ihrem vollen Umfange
erkannt und verfolgt zu werden. Hier muß erst ein gewisser Abstand von