Object : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

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Einleitung.

Verhältnis  von  Kalk  und  Ton  hergestellt  wird.  Hierauf  folgt
das  Durchmischen  des  vorgebrochenen  und  getrockneten  Gutes
und  das  Feinmahlen  zu  Rohmehl.  Dieses  Verfahren  ist  in
Deutschland  am  meisten  verbreitet.
Beim  Halbnaß-  oder  Halbtrockenverfahren  wird  meist  nur
der  Ton,  der  gewöhnlich  der  sandhaltigere  Teil  der  beiden  Rohmaterialien ­
  ist,  eingeschlämmt.  Der  Kalkstein  wird  dann  dem
Tonschlamm  als  feines  Trockenpulver  zugemischt.  Zu  erwähnen
ist  noch,  daß  bei  allen  kontinuierlichen  Brennofensystemen  mit
Ausnahme  des  Drehrohrofens  das  Rohmehl  vor  dem  Brennen  in
die  Form  von  Ziegelsteinen  gebracht  werden  muß,  damit  die
Rohmasse  so  eingesetzt  werden  kann,  daß  dem  nötigen  Zuge
während  des  Brandes  kein  Hindernis  entsteht.  Diese  Ziegel
müssen  vor  dem  Brennen  noch  von  dem  Wasser  befreit  werden,
das  man  der  Rohmasse  zum  Formen  zugesetzt  hat.
Wir  kommen  nun  zu  dem  zweiten  Hauptabschnitte  in  der
Fabrikation  des  Portlandzementes,  dem  Brennen.  Der  Zweck
ist  ein  vollständiges  Aufschließen  der  Silikate  und  eine  enge
Verbindung  mit  dem  Kalk,  so  daß  sich  in  dem  fertigen  Brenngute ­
  kein  freier  Kalk  mehr  findet.  Bei  dem  Brennprozesse  wird
zunächst  bei  einer  Glut  von  ungefähr  000°  C  die  Kohlensäure
aus  dem  Kalk  entfernt.  Auf  diese  Weise  entsteht  Ätzkalk 1 ,  der
auf  die  Tonkomponenten  aufschließend  wirkt.  Die  Sinterung,
d.  h.  das  Zusammenschweißen  des  Ätzkalkes  mit  den  Silikaten
tritt  dann  bei  einer  Glut  von  1350—1600°  C  ein 1  2 .  Dieser  ganze
chemische  Vorgang  ist  für  die  Güte  des  Portlandzementes  von
großer  Bedeutung,  weshalb  auf  einen  geeigneten  Brennofen  stets
großes  Gewicht  gelegt  worden  ist.  Es  kommt  natürlich  nicht
allein  darauf  an,  daß  in  ihm  die  chemische  Umwandlung  des
Rohmaterials  möglichst  vollkommen  erreicht  wird,  sondern  auch
darauf,  daß  bei  einem  möglichst  geringen  Verbrauch  an  Brennmaterial ­
  möglichst  viel  von  einem  Ofen  geleistet  wird.
1  Schoch,  Die  moderne  Aufbereitung  der  Mörtelmaterialien,  Berlin  1904,
S.  192.
2  A.  a.  O.  S.  186.
            
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