Der kleine Bankier.
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wo das spekulierende Privatpublikum sich sammelt.
Inzwischen hat der Einpeitscher seine Aktien zu günsti-
gen Kursen verkauft und überläßt das betreffende
Papier nun seinem Schicksal. Handelt es sich um ein
gutes Unternehmen, dessen Aktien aus diese Weise lanciert
werden, so kann wohl der Kurs vorübergehend etwas
sinken, aber selbst diejenigen, die zu verhältnismäßig
hohem Kurse die Papiere erworben haben, können später
einmal mit einigem Nutzen verkaufen und bekommen in
der Zwischenzeit eine angemessene Dividende. Gehört
das Papier aber zu den zweifelhaften Werten, so haben
die, welche aus die Anpreisungen hineinfielen, natürlich
das Nachsehen, und die Banken haben den Vorteil, da
sie mit ihrem Namen nicht an die Öffentlichkeit getreten
sind und um den Kurs sich nicht zu künunern brauchen.
Von den Bankiers, die diese Vermittelungsgeschäste be
ireiben, sind einzelne reich geworden. Namentlich solche,
die klug genug waren, sich aus den Vertrieb innerlich
guter Werte zu legen. Sie haben nicht nur an der
Vörse verdient, sondern sich auch eine umfangreiche Kund
schaft geschaffen, die dadurch, daß sie, zumeist aus erster
Zueile mit Nachrichten bedient, rechtzeitig kauften und
srühzeitig verkauften, gute Geschäfte machten. Das ge
hört überhaupt zur Klugheit der Einpeitscher, daß sie
u-cht allzuoft schlechte Werte propagieren, sondern Börse
und Publikum etwas verdienen lassen, um sich eine dauernde
^^solgschast zu sichern. Skrupellose oder allzu waghalsige
Elemente haben sich nie sehr lange zu halten vermocht,
sondern sind früher oder später zugrunde gegangen.