Object : Kaufmanns Herrschgewalt

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VI.  Wie  kann  man  ein  Vermögen  erwerben?

leitenden  Stellung  der  Geschäftswelt  scheint  den  Schluß  zu  rechtfertigen,
  daß  höhere  Bildung  für  jeden  größeren  Geschäftserfolg
geradezu  verhängnisvoll  ist.  Es  verdient  in  Erinnerung  gebracht
zu  werden,  daß  mit  festem  Gehalt  Angestellte  doch  nicht  so  eigentlich ­
  im  Geschäft  stehen.  Ein  Hauptmann  im  Gebiete  der  Industrie
erwirbt  alles  selbst  in  seinem  Geschäft;  er  ist  von  seinem  persönlichen ­
  Arbeitsertrag,  vom  Erfolge  seines  Geschäftes  durchaus  abhängig. ­
  Gerade  im  praktischen  Leben  hat  der  Hochgebildete,  der
mit  zwanzig  Jahren  ins  Geschäft  tritt,  nur  wenig  Aussicht  auf
Erfolg  im  Vergleich  zu  dem  Jungen,  der  mit  14  Jahren  das
Comptoir  ausfegt,  oder  als  Verladungsgehilfe  beginnt.  Die  Tatsachen ­
  beweisen  das.  Man  hat  zwar  Beispiele  dafür,  daß  mit
höherer  Bildung  ausgestattete  Söhne  von  Geschäftsleuten,  welche
sich  dem  Geschäftsleben  widmeten,  mit  Erfolg  ein  schon  bestehendes ­
  Geschäft  leiten;  dennoch  ist  die  Zahl  solcher  verhältnismäßig ­
  gering,  verglichen  mit  denen,  welchen  es  nicht  gelingt,  das
überkommene  Vermögen  zu  erhalten.  Immerhin  sind  während  der
letzten  Jahre  polytechnische  und  wissenschaftliche  Schulen  oder
auch  Studienkurse  für  junge  Leute  eröffnet  worden,  die  bereits
höchst  wertvolle  Früchte  für  industrielle  Betriebe  gezeitigt  haben.
Der  gelernte  Mechaniker,  der,  wie  wir  bereits  gesehen  haben,  bis
jetzt  die  meisten  Ehren  in  unseren  Industrie  werken  einheimste,
findet  nun  seinen  Nebenbuhler  in  dem  wissenschaftlich  gebildeten
Jüngling,  der  ihn  in  Zukunft  hart,  ja  sehr  hart  bedrängen  dürfte.
Drei  der  größten  Stahlwerke  stehen  bereits  unter  der  Leitung  von
drei  technisch  vorgebildeten  jungen  Männern:  Studenten,  welche
die  Schultheorien  mit  der  Praxis  vertauschten,  obgleich  sie  noch
in  den  ersten  Jünglingsjahren  standen.  Walker  von  der  Illinois
Stahlkompagnie,  Schwab  von  den  Edgar  Thomson-Werken,  Potter
von  den  Homestead  Stahlwerken  in  Pittsburg  sind  Typen  dieser
neuen  Schule,  und  keiner  von  ihnen  ist  auch  nur  30  Jahre  alt.
Die  meisten  diesen  jungen  Leitern  unterstehenden  Abteilungsvorsteher ­
  gehören  derselben  Klasse  an.  So  vorbereitete  junge  Leute
haben  einen  bedeutenden  Vorteil  über  den  gelernten  Mechaniker;
sie  besitzen  seinen  offenen  Blick  und  sind  ohne  Vorurteil.  Die
wissenschaftliche  Schulung  des  Geistes  und  der  Trieb  nach  Wahrheit ­
  macht  sie  für  neue  Ideen  empfänglich.  Groß  und  unschätzbar
            
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