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eine bessere Bewirtschaftung, da sie nun in private Hände überging;
ebenso war der Verkauf der gräflichen Domänen für die Entwicklung
des Bauernstandes günstig!). Nicht ohne Einfluß blieb
auch die um diese Zeit um sich greifende Geldwirtsc haft,
die an Stelle der Naturalwirtschaft trat, und gleichzeitig die vorzüglich
in Groningen, Holland und Seeland sich verbreitende Einrichtung
der Zeitpacht, die zwar den Bauern einerseits nicht
mehr an die Scholle band, ihm andererseits aber auch die Sicherheit
des dauernden Besitzes des von ihm bebauten Grundes und Bodens
nahm. In Drenthe, Overyssel und Gelderland blieb es dagegen noch
vielfach bei den alten patriarchalischen Verhältnissen®).
Schwer drückte der Unabhängigkeitskrieg
auf das platte Land und auf die Landwirtschaft,
namentlich in den östlichen und nördlichen Gebieten.
Staatische und spanische Truppen und Banden haben hier
jahrzehntelang gehaust?). Dazu kamen Hungersnot und Pest. Die
Landgebiete Hollands und Seelands litten überdies unter den
Überschwemmungen und Deichbrüchen; aber
doch im allgemeinen bei weitem nicht so wie Groningen, Friesland
und Drente. In Westfriesland, wo sich Landbau und Seefahrt
nahe berührten und der Landbauer an den Gewinsten der Seefahrt
teilnahm, blühte der Landbau, selbst in den schlechtesten
Zeiten. Nicht ohne Bedeutung für den Landbau war auch
die Zuwanderung aus den südlichen Niederlanden;
vorzüglich in Seeland machte sich das bemerkbar,
da hierher die protestantischen Bauern in großen Scharen flüchteten‘).
Man mußte damals überall, auch in Holland, im Interesse
der eigenen Wirtschaft auf Gewinnung neuen Grund
und Bodens für Landbau und Viehzucht bedacht sein; zwischen
1590 und 1615 sind insgesamt 36 213 ha neu gewonnen durch
Trockenlegung und Eindeichung gegen nur 8046
n den allerdings sehr ungünstigen Jahren 1565—1590; davon fielen
allein 9170 ha auf Eindeichungen in Nordholland, was für 200 Jahre
ı) Koenen, De ned. Boerenstand, S. 53f.; Blink, a.a. OO: J1, 5.7.
2 Blink Il, 8.
3) Vgl. den Bericht über das Rhijnland von 1575 bei PosthumusS.
Gegevens; nicht weniger als 91% % des Landes war unbebaut oder verlassen.
4) Koenen, S. 58.