auf‘, Juliheft, erschienener Essener Vortrag), nicht scharf
genug bekämpft werden kann. Es ist die Auffassung, als
ob die Arbeiter, Bauern und Handwerker ein ganz anderes
„Wirtschaftssystem‘“ verkörpern und einen ganz anderen
‚Wirtschaftsgeist‘“ vertreten als die „Kapitalisten“.
Mit dem von Max Weber zu ganz anderen.
rein historischen Zwecken aufgebrachten
Schlagwort vom „kapitalistischen Geist“
wird heute weit über die Kreise des Sozialismus
hinaus der größte Mißbrauch
getrieben. Daß die Arbeiter und alle diejenigen, die bei
Ihren Leistungen für den Tauschverkehr kein Kapital verwenden,
doch.durchaus von demselben Wirt-Schaftsgeist
beseelt sind, nämlich einen möglichst
hohen Geldertrag für ihre Leistungen zu erzielen,
wird verschwiegen
Von einem großen Teil der heutigen Nationalökonomen
wird völlig übersehen, daß die ganze Organisation des
Tauschverkehrs doch auf einem einheitlichen Prinzip
beruht. Man darf sich‘ also nicht wundern, ‘daß das
Schlagwort vom „kapitalistischen Wirtschaftsgeist“,
der von dem der Arbeiter völlig verschieden
sein soll, von den Sozialisten und so auch von
der „Wirtschaftsdemokratie‘“ in ihrem ‘Sinne ausgenutzt
wurde. Nach dieser Auffassung (S. 34) „soll es die Aufgabe
der Vertreter der Aıbeitnehmerschaft sein, entgegen
dem kapitalistischen Geist die Gesichtspunkte
der Interessen der Gesamtwirtschaft
in der Geschäftsführung zum
Ausdruck zu bringen“.” Aber daß es dem demokratischen
Gedanken entspräche. dann auch
eine Vertretung der Unternehmer in die Gewerkvereine,
die reinen Arbeiterorganisationen, zu entsenden, davon
liest man nichts. Da hört die angebliche „Demokratie“
auf einmal auf.
Nun habe ich schon, bevor ich jene Schrift kannte und
Ohne Beziehung auf alle solche‘ Schlagworte, die Meinung
ausgesprochen (Zur Reform des Kartellrechts.
„Magazin der Wirtschaft“ vom 14. März 1929), daß es
durchaus diskutabel wäre, eine Vertretung der Arbeiterschaft
in den Kartellen gesetzlich
festzulegen, wenn aus paritätischen Gründen
das gleiche für eine Vertretung der
Unternehmer in den Gewerkvereinen geschieht.
Es ist nicht anzunehmen, daß man sich dadurch
gegenseitig schaden würde. Ja. 1uch eine einseiljge
Arbeitervertretung in den Kartellen würde diesen kaum
schaden, wobei selbstverständlich vorausgesetzt ist. daß
die Arbeitervertreter evtl. dieselbe Pflicht zur Geheimhaltung
haben wie andere Mitglieder. Die Arbeiter
werden sich dort davon überzeugen, daß
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