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wenn man die angemessene Entlohnung einer Leistung zu
gunsten dritter verhindert.
Der Aufschwung, den das amerikanische Eisenbahn
wesen genommen hat, fällt — und ich glaube, nicht zufällig
— mit der Beendigung jenes Ratenkrieges zusammen, der
in jahrelangem erbitterten Kampf größtenteils zur völligen
Entwertung der Eisenbahn-Unternehmungen beziehungsweise
ihrer Aktien und Bonds geführt hatte. Auf diesen Krieg
ist fast unmittelbar das Bestreben gefolgt, die einzelnen
großen Bahnsysteme möglichst eng aneinanderzuschließen.
Der alte Jay Gould ist es gewesen, der zuerst eine solche
Interessengemeinschaft der Eisenbahnen ersann und prak
tisch zu konstruieren suchte. Diese Form brach sich immer
mehr und mehr und nicht minder machtvoll Bahn. Die
Gründung der „Northern Securities Co.“, in der nach dem
ursprünglichen, mir bekannt gewordenen Plan der Pro
motoren die recht auseinandergehenden Interessen nicht
nur der „Great Northern“ (5244 Meilen mit 98 710 000 $
Aktienkapital und 96 680 000 $ fundierter Schuld), „Northern
Pacific“ (4989 Meilen mit 155 Millionen Dollars Aktien
kapital und 172 900 000 $ fundierter Schuld) und
„Chicago, Burlington & Quincy“ (7911 Meilen mit
110 600 000 $ Aktienkapital und 147 200 000 $ fun
dierter Schuld), sondern auch der „Southern Pacific“
(9016 Meilen) und „Union Pacific“ (5824 Meilen) durch
greifend zentralisiert werden sollten, nahm die um
fangreichste Neubildung der Jetztzeit in Aussicht. Der
mit 400 Millionen Dollars erfolgte „Merger“ der „Northern
Securities Co.“ umfaßt derzeit tatsächlich nur die „Great
Northern“ und „Northern Pacific“ (die beide gegen Aus
gabe von 4 proz. Bonds das gesamte Aktienkapital der
Chicago, Burlington & Quincy Eisenbahn - Gesellschaft
vorher in ihren Besitz gebracht hatten), da die „Southern