Object : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III.  Buch.  Die  Verkeilung  der  Güter.

Was  aber  die  zweite  Vorbedingung  für  das  Bestehen  von  Civilisation  un
höherer  Cultur  anlangt,  so  müssen  wir  uns  darüber  ausführlicher  verbreitet
da  die  einschlägigen  Verhältnisse,  so  klar  sie  auch  zu  Tage  liegen,  dennocy
oftmals  eine  höchst  oberflächliche  Beurtheilung  erfahren.  ^
Wir  gewahren,  daß  in  der  hochcivilisirten  menschlichen  Gesellschaft  unsett
Tage  verschiedene  durch  eine  bedeutende  Kluft  voneinander  getrennte  Bevölkerungsklassen ­
  nebeneinander  leben.  Diese  Unterschiede  beruhen  zumeist  NM
auf  der  Verschiedenheit  der  Quellen,  aus  denen  diese  Klassen  ihr  EinkoMlM
beziehen.  Es  kommt  nicht  darauf  an,  ob  dasselbe  in  Arbeitslöhnen,  in  Un  c  j
nehmergewinnen  oder  Zinsbezügen  besteht,  sondern  darauf,  ob  e?  auf
Tauer  groß  oder  gering  ist,  ob  also  die  Einzelnen  reich  oder  arm  sind.
Großindustrieller  mit  60  000  Mark  Jahreseinkommen  und  ein  Schuhs"  ^
mit  einem  solchen  von  1000  Mark  leben  beide  von  ihrem  UnternehmergewM^
nehmen  aber  nichtsdestoweniger  einen  unendlich  verschiedenen  Platz  in
menschlichen  Gesellschaft  ein.  Und  welch  ein  gewaltiger  Unterschied  bese^
zwischen  einem  Rentner  mit  80  000  Mark  Zinseinkommen  und  einem  ^
Ruhestand  lebenden  Zimmerpolier,  der  sich  dank  seiner  Sparsamkeit  e
Kapital  zurücklegen  konnte,  das  ihm  1200  Mark  im  Jahre  trägt,  obg^
beide  von  ihren  Zinsen  leben,  oder  zwischen  dem  Richter  und  der  2tt  ^
frau,  welche  den  Gerichtssaal  reinigt,  obwohl  beide  von  der  Staalsregitt"
besoldet  werden!  ,  w
Vor  allem  ist  es  nun  unsere  Aufgabe,  zu  erklären,  wie  es  *
kann,  daß  die  Einkünfte  der  einzelnen  Menschen  von  so  ungleicher  Höht
denn,  um  solche  Unterschiede  rechtfertigen  zu  können,  muß  man  dieselben  ^

nächst  verstehen.  Ein  gewisser  Unterschied  zwischen  dem  Einkommen  del  ^
zelnen  Menschen  ist  leicht  begreiflich  und  würde  sich  auch  dann  einstellen,  sn
der  Unterhalt  einer  jeden  Familie  nur  durch  deren  eigene  Arbeit  an  ihrem  '

thume  beschafft  würde.  Größere  Geschicklichkeit,  größerer  Fleiß,  bessere  klinm
und  Boden-Verhältnisse,  vollkommenere  Instrumente  und  Werkzeuge,  b 0 *  jj.
sammenleben  in  Stammfamilien  mit  seinen  die  Production  in  größerem  -■  ^
stabe  verstattenden  Wirkungen:  das  alles  bedingt  in  dieser  Hinsicht  betta  1
Unterschiede.  Aber  die  aus  solchen  Gründen  erfolgende  Zunahme  des  '
thums  hat  ihre  Grenzen.  Wo  derartige  höchst  einfache  Verhältniffe  he"'

0

Höniger)  gar  nur  mit  50  000—60000  resp.  mit  30  000  berechnet.  Ja  «om  ^  ^

Homger)  gar  nur  mrr  ou  uuu—ovuvv  leiv-  «ut  ouwu  ueieujiui.  ^
Städte  sind  hervorragende  Centren  der  Bildung  gewesen.  Das  Salzburg  des
des  18.  Jahrhunderts  war  als  Hauptstadt  des  erzbischöflichen  Staates  mit  M
viel  über  10  000  Einwohnern  eine  Stätte  der  Kunst  und  der  Bildung.  Un  ^
gewaltige  Rolle  haben  das  kleine  Weimar  in  der  Geschichte  der  Entw'.
deutschen  Dichtung  und  Literatur  und  das  kleine  Göttingen  in  derjenigen  der
Wissenschaft  gespielt!
            
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