Untersuchung der Mineralhöden.
23
Gefäßes stehen, gießt nach Verlauf dieser Zeit abermals 4000 ccm ab und wiederholt
diese Behandlung zum 3. und 4. Male oder nach Umständen noch öfter.
Von dem Filtrat dient ein aliquoter Teil, etwa 1000 ccm = 250 g Boden, zur
Bestimmung der einzelnen Bestandteile, wie sie weiter unten für die salzsauren
Auszüge beschrieben ist.
Erscheint auch die Bestimmung der in essigsäurehaltigem Wasser lös
lichen Bodenbestandteile erwünscht, so werden ebenfalls 1500 g Boden mit 6000 ccm
Wasser von 1, 2 oder 5 °/ 0 Essigsäuregehalt behandelt, hiervon ebenfalls 4000 ccm
abfiltriert und je nach dem Gehalt 500 ccm oder 1000 ccm zur Bestimmung der
einzelnen Bestandteile verwendet.
Vielfach werden jetzt auch zur Bestimmung der leichtlöslichen Bodennährstoffe
1 %- oder 2°/ 0 -ige Zitronensäure und andere Lösungsmittel angewendet (vergl. weiter
unten unter Abschnitt VI Anhaltspunkte zur Beurteilung der Güte eines Bodens).
b) Behandlung des Bodens mit kalter konzentrierter Salzsäure. 460 g
lufttrockner Boden werden in einer mit Glasstöpsel versehenen, hinreichend ge
räumigen Flasche mit 1600 ccm konzentrierter reiner Salzsäure von 1,15 spezifischem
Gewicht übergossen und damit unter häufigem Umschütteln 48 Stunden 1 ) lang bei
gewöhnlicher Temperatur (14—18°) in Berührung gelassen. Hierauf werden von
der Flüssigkeit 1000 ccm entsprechend 300 g Boden abfiltriert und aliquote
Teile des Filtrats (je 200 ccm entsprechend 60 g Boden, oder für die Bestimmung
der Phosphorsäure, Schwefelsäure und Alkalien auch die doppelte Menge * 2 )) zur Be
stimmung der einzelnen Bestandteile verwendet.
c) Behandlung des Bodens mit heisser konzentrierter Salzsäure. 160 g
lufttrockner Boden 3 ) werden in einem geräumigen Glaskolben mit 300 ccm konzen
trierter reiner Salzsäure von 1,15 spezifischem Gewicht übergossen, unter häufigem
Umschütteln der ganzen Masse bis zum Kochen erhitzt, genau eine Stunde lang im
Kochen erhalten, hierauf mit etwa dem doppelten Volumen heißen Wassers verdünnt
und nach kurzem Stehen durch ein hinreichend großes, in seinem unteren Teile
doppeltes Filter filtriert. Der ungelöste Rückstand wird im Kolben noch 3-mal mit
heißem Wasser behandelt, dann unter Umschütteln, so daß auch die gröberen Teile
gleichzeitig mit aus dem Kolben gespült werden, aufs Filter 1 ) gebracht und noch
weiter bis zum Verschwinden der Chlor-Reaktion mit heißem Wasser behandelt.
Um das Abscheiden von schleimiger organischer Substanz im Filtrat zu ver
meiden, setzt man gleich anfangs zu der Salzsäure zweckmäßig etwas Salpetersäure.
Das Gesamtfiltrat (salzsaure Lösung und Waschwasser) wird unter Zusatz
von etwas Salpetersäure eingedunstet und auf 1000 ccm gebracht. Hiervon dienen
200 ccm = 30 g Boden (oder für die Bestimmung der Phosphorsäure, Schwefelsäure
und Alkalien auch die doppelte Menge) zur Bestimmung der einzelnen Bestandteile.
>) F. Wohltmann empfiehlt (Journ. f. Landw. 1896, 44, 211), in den ersten 12 Stunden
stündlich umzuschütteln, 12 Stunden stehen zu lassen, dann wiederum 12 Stunden stund
umzuschütteln, abermals 12 Stunden stehen zu lassen und dann wie o en zu i noien ■ •
.*) Bei kalkreichen Böden nimmt man zur quantitativen Bestimmung des Kalkes
entsprechend weniger. , . , ■D««irafonfl
3 ) Bei kalkreichen Bodenarten und Gesteinen verwendet man hierzu B „
von der Behandlung mit kalter Salzsäure; in diesem Falle wird die ganze kalt •_
Flüssigkeit ahfiltriert, der Rückstand ausgewaschen und mit heißer balzsaure weiter b d •
«) Zur Beschleunigung der Filtration kann man auch die feinsten_ Teile des Rü<*
Standes mit heißem Wasser abschlämmen, den gröberen Sand erst aufs I ilter br -
auf diesen die feinsten Teile gießen.